Allerdings erschließt sich mir nicht, was die Maschine an der Lautstärke macht. Die erzeugt je nach Modell mehr oder weniger tieffrequente Resonanzen.
Die eigentliche Lautstärke/Energie kommt m.E. aus dem Anschlag. Stärke und Art. Tip vs shoulder.
Dabei geht's darum, wie weit die Hi-Hat geöffnet ist und wie grob bzw. fein Öffnungen sein können. Da gibts ja viele Abstufungen .
Je weiter die Hi-Hat geöffnet ist, desto lauter ist sie. Das hängt nicht nur mit der Amplitude, sondern auch einem sich verändernden Spektrum zusammen. Eine geschlossene Hi-Hat ist eher im erweiterten (weniger gut hörbaren) Höhenbereich unterwegs, während geöffnete und am Rand angeschlagene auch weiter runter gehen und dadurch vom menschlichen Gehör noch lauter wahrgenommen werden.
Durch den längeren Pedalweg bei den Lever-Glide Maschinen sind Öffnungen noch genauer ausführbar und ich brauche mit denen auch tendenziell einen geringeren Abstand der Becken zueinander.
Aber auch die Aufhängung der Becken hat einen Einfluss darauf, wie sie klingen. Sehr hart aufgehängt klingt's anders als weicher aufgehängt und wie sie sich besser schließen lässt, hängt auch von der Schrägstellung der Becken zueinander ab. Treffen die plan aufeinander, lässt sie sich mit einer harten Aufhängung direkter schließen. Stehen sie sehr schräg zueinander, lässt sie sich mit einer weichen Aufhängung besser schließen.
Und: gibt es tatsächlich HiHat Becken, die per se leise(r) sind? Ernstgemeinte Frage. Ich spiele mit dem Gedanken, für die nächste Aufnahme solche Übungsbecken (die mit den 1000 Löchern drin) zu nehmen. Möglicherweise gibt es eine bessere Lösung.
Ja, die gibt es. Ich bin selbst erstaunt, wie unterschiedlich laut 14er HH-Becken klingen können. Habe seit kurzem eine 14er Zultan Caz Hi-Hat, die in meinen letzten Videos zu hören ist, u.a. auch in meinem "Seven Days"-Cover. Die ist deutlich leiser als meine Zildjian K Hi-Hat. Und z.B. eine Paiste Line Power Hi-Hat, die ich mal probiert hatte, ist noch lauter als meine K Hi-Hat.
Die Becken mit den Löchern klingen nur leider nicht mehr so richtig nach Becken und taugen wirklich nur zum Üben. Ich hatte auch mal welche am Schülerschlagzeug hängen, aber richtige Becken sind mir da lieber.
Übrigens: wer Snare Mikros gated, kommt in die Hölle
Da sind wir einer Meinung. Hast du es schonmal mit einem MB Comp versucht? Schmalbandig eingestellt könnte da was gehen?
Ich gate Snare-Mikros auch selten und wenn dann nur teilweise (mit Dry-Anteil im Mix, z.B. 50:50). Kommt halt auch immer auf den Kontext an.
Multiband-Kompression benutze ich seit vielen Jahren selten bis gar nicht mehr. Das ist für mich eher ein "Reparaturwerkzeug" wie z.B. auch ein dynamischer EQ, Transientendesigner oder Rauschunterdrückung. Meiner Meinung nach klingen gute Aufnahmen, Mischungen und Masterings ohne diese Werkzeuge immer natürlicher und besser. Aber hier sind wir natürlich auch wieder im Bereich "Geschmackssache".
Allerdings gate ich parallele Tracks, an die ich die Snare-Spuren schicke. Z.B. den Snare-Subtrack meines Plattenhalls und die "Verbreiterung" der Snare. Mit dem Ziel, dass da nur die Backbeats verhallt und verbreitert werden.
Die Lautsärke auf den Hihats hängt nach meiner Meinung auch maßgeblich von den Sticks ab. In leisen settings spielerisch zB Rohema Tango, im normalen Band Setting 7a.
Die Sticks machen natürlich auch einen Unterschied. Aber die Spielweise macht immer den Löwenanteil aus. Z.B. macht es einen riesigen Unterschied, ob man die Hi-Hat oben mit der Stickspitze oder am Rand mit dem Schaft anschlägt. Dadurch kann man auch Akzente setzen. Sei es mit einfacher Möller-Technik in einem Achtelgroove mit Betonung der Viertel oder Offbeats.