Here it comes
Grundsätzliche Überlegungen
I. Toms werden auf verschiedene Tonhöhen gestimmt. Ach was!? Wichtig zu bemerken ist, dass auch Menschen, die behaupten, ihre Toms nicht nach konkreten Intervallen oder gar fixen Tonhöhen zu stimmen, in aller Regel intuitiv etwa im Quart- oder Quintabstand stimmen. Ohne jetzt in Musiktheorie auszuufern, wären folgende Grundtöne bzw. -frequenzen nicht unüblich, beginnend mit dem tiefsten Standtom:
60 Hz, 80 Hz, 120 Hz, 160 Hz (Quarte rauf, Quinte rauf, Quarte rauf)
In Luft ergeben sich umgekehrt proportional dazu etwa folgende Wellenlängen:
5.8 m, 4.4 m, 2.9 m, 2.2 m
II. Warum will dieses Set http://www.premier-percussion.com/catalogue.asp?id=651 keiner spielen? Genau: Die Eignung eines Fells, die ihm zugedachte tiefste Frequenz zu erzeugen, hängt in erster Linie von seinem Durchmesser ab. Spontan einleuchtend und logisch. Daher 10-12-14 12-13-16 was-auch-immer. Das ist erstmal noch vollkommen unabhängig von Kesselmaterial und -tiefe. Auch die Felle an einem Arbiter-Flats-Set oder an einem Short-Stack-Kit (wie z. B. das erwähnte Taye) erzeugen, gleiche Kesseldurchmesser, Felle und Stimmung vorausgesetzt, zunächst einmal annähernd das gleiche Frequenzspektrum wie ein Set mit quadratischen Extratief-Kesseln etc... Das Fell selbst schwingt bei tieferen Kesseln NICHT signifikant bassreicher oder voluminöser als auf kurzen.
Bei Close-Miking kann man diesen Effekt wunderbar beobachten, auch ein Set mit kurzen Kesseln klingt auf einmal bassig und voluminös, oft sogar besser als ein vergleichbares Set in Standard-Maßen, da es schneller und sauberer anspricht. Der Nachteil folgt im rein akustischen Umfeld (oder mit entfernter aufgestellten Mikros) auf dem Fuße:
III. Die Eignung eines Kessels, die vom Fell prinzipiell "bereitgestellten" und erzeugten tiefen Frequenzen in den Raum "zu projizieren", hängt von seiner Tiefe ab. Genauer: Vom Abstand des mit etwa gleicher Frequenz schwingenden Schlag- UND Resofells. Rücken diese beiden Oberflächen eng zusammen, so löschen sich im Raum die von beiden Fellen erzeugten tieferen Frequenzen schon bei geringer Entfernung aus, der Klang "trägt nicht", und weg ist der fundamentale Grundton der Trommel. D. h. die Projektion ist umso besser, desto tiefer der Kessel ist.
Ist die Fellstimmung eher hoch, also die Wellenlänge des Schalls eher kurz, so genügt ein geringerer Fellabstand, um das Auslöschen des Schalls zu verringern und genügend Projektion zu erhalten.
Synthese
Legt man nun die Kesseltiefe proportional zu der Wellenlänge des Fell-Grundtons, den wir unter (I) ermittelt haben, aus, so müsste sich eine Tomkombi mit identischer "Tiefenprojektion" im Raum ergeben, die in jedem Abstand homogen klingt und bei zunehmender Entfernung gleichmäßig "dünner wird".
Ausgehend von einem 16 Zoll tiefen Standtom ergeben sich dann die weiteren Kesseltiefen 12 Zoll, 8 Zoll und 6 Zoll. Da es ein 10 x 6er nach Liste nicht gibt, würde es ein 10 x 5,5er werden.
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Wau.
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Viel Text.
Noch jemand anwesend? 
Seminar ist beendet. Danke fürs Zuhören... und falls ich irgendwo gelogen habe: Bitte um Korrektur! Ich geh jetzt die Wiederholungen von Telekoleg auf Bayern III gucken, da bin ich Fan von.
Edith sacht: Vorlesung strukturieren!