Beiträge von ThomasTrommelt

    Also ICH wollte im Alltag kein Schlagzeug spielen, was 30 Jahre oder älter ist... gerade bei den Vintage-Teilen ist die Verarbeitung und die Endfertigung ab Werk! oft echt grottig: schief sitzende Spannböckchen, versetzte Snarebeds, verzogene Spannreifen, mieseste Verchromung, abblätternde Folien, unrunde Kessel, verhunzte Gratungen, miese Lackierung usw usf. Das erklärt sich dadurch, dass viele ganz alte Drums (grad während irgendwelcher Weltkriege) nebenberuflich von Hausfrauen o.Ä. zusammengedengelt wurden. Warum werden solche Teile so hoch gehandelt? ICH weiss es nicht, ich kann es mir aber entweder durch Darwinismus (nur die am besten klingenden Drums haben überlebt :D ) oder duch Liebhaberei/Sammlertrieb erklären. Der Hype um diese Teile ist ähnlich wie die Vorliebe für alte Harleys, deren Alltags-Nutzwert ja durchaus auch angezweifelt werden kann.


    Ich habe ab 1975 selber mitgekriegt, wie Schlagzeuge z.T. verarbeitet waren - da lob ich mir die Fertigungsmethoden heute. Klar ist auch - wer billig kauft, muss Einschränkungen hinnehmen - das ist ja überall so. Aber ich hab mal für einen Schüler ein No-Name-Set neu beim Musik-Service gekauft: 22" Bassdrum, 10", 12", 14" Toms, 14" Snare mit (grottigen) Becken, Sitz und Sticks - für 200€. Mit Markenfellen klangs richtig gut... nur die Becken waren Schrott, die HW war schlicht und sicher nicht nachhaltig einsetzbar, aber funktionell und erstmal ausreichend. Für einen Anfänger hats gereicht. Mein erstes Set (Royal Star) war schief und krumm (teilweise bekam ich neue Felle nicht drauf) und verranzt, Schrauben drehten sich durch, Beckenständer fielen in sich zusammen, Bassdrumfüsse hielten nicht, Nieten rutschten raus usw usf.


    Wie sagt Jochen Malsheimer? Früher war nicht alles besser, früher war vieles früher...

    Erstmal Klugscheissen: Takte haben mit Timing erst mal nix zu tun. Ein 4/4 oder 3/4 oder 9/8 Takt kann in jeder beliebigen Geschwindigkeit gespielt werden.


    Meine Erfahrungswerte: sicher zu einer Aufnahme spielen kann man nur, wenn man
    a) einen diesbezüglichen Klick gut hört
    oder
    b) die Aufnahme / die Musik sehr gut hört. Dies ist ohne Kopfhörer schwer möglich, da gerade beim Schlagzeug Impulsspitzen (vor Allem von den BECKEN) auch die lauteste Stereo-Anlage oder auch PA in den eigenen Ohren manchmal sekundenlang übertönen. Hier das Timing "taub" zu erhalten bedarf schon einer gewissen Routine, die du dir ja erst erarbeiten willst.


    Also: zusätzliche Kopfhörer (egal ob In- Ear oder Mickymäuse) aufziehen und sichergehen. ;)

    Dieses Dilemma ist analog zur Frage "Kfz: Statussymbol oder Gebrauchsgegenstand" wohl nur auf der philosophischen Ebene zu lösen.
    Meine Philospphie: ich erwerbe grundsätzlich nur Drumsets, die ich auch brauche und die (für mich) gut klingen, dabei ist mit egal, was draufsteht. So habe ich mit vermeintlichen Billig-Drums schon klanglich super Erfahrungen gemacht. Klar, da war dann die HW schwach oder die Verarbeitung nicht optimal - trotzdem kein Grund, 1000€ mehr auszugeben. Am Liebsten kaufe ich gebraucht, da ist der Wertverlust schon weg und man kann oft besser beurteilen, ob und wie das Set klingt (z.B. in dem Proberaum, wo das Set steht - akustisch meist besser als ein Showroom im Industriegebiet)


    Wenn es nur das Verstimmungsproblem ist beim alten Set, empfehle ich sowas
    Als alter Tiefstimmer kenn ich das Problem. Meist sind es die vorderen - dem Schlag zugewandten - 2-3 Schrauben, die sich gerne lösen, auch gern beim Resofell. Da helfen solche Lug-locks Wunder. Ich mach die selber mit einem Locher und Moosgummi... alternativ gehen auch Tesa-Hafties (lassen sich rückstandsfrei wieder ablösen)... nein, ich bin wirklich keine Stütze der Weltwirtschaft :rolleyes: :D

    Ich versteh das ganze Geschreibe nicht: wir leben in einem (noch) freien Land, jeder darf verkaufen und anpreisen, was er will. Wenns mir gefällt und ich es brauchen kann, kauf ichs, wenn nicht, dann nicht. Meine freie Entscheidung.

    Als ich etwa 14 war, hat mein gleichaltriger Nachbar eine Livesound-Gitarre nebst Verstärker vom Otto-Versand bekommen. Da sein Zimmer genau über meinem lag, hörte ich dauernd diese schrillen Töne, bis ich mal hochging und klingelte. Er zeigte mir das Teil und schraddelte rum, bis ich mir 2 Kochlöffel und die Plastik-Spülschüssel von Mutti aus der Küche holte (Mutti war grad nicht da). Nach etwa 2h waren wir Rock´n Roller und die Spülschüssel war kaputt. Meine erste Amtshandlung als frischgebackener Rock´n Roller war es also, am selben Tag eine neue Spülschüssel von meinem Taschengeld zu erwerben.


    Dann kam die in Fachkreisen nicht unbekannte Waschmitteltrommel-Phase, deren Pappe ich damals schon einfallsreicht mit DeCeFix verstärkte. Davon stellte ich so 4-6 um mich herum, was meine bis heute anhaltende Affinität für große Drumsets erklären dürfte. Die Kochlöffel tauschte ich gegen "richtige" Sticks. Irgendwann kam ich durch Zufall in Kontakt mit einer Schulband und hing da so rum - manchmal, in der Pause, durfte ich mal ans Schlagzeug. Nach ca. einem Jahr musste der Schlagzeuger umsiedeln und ich bekam den freien Hocker angeboten - das Schlagzeug gehörte gottseidank der Schule. Ab da ging es immer weiter. Mein erstes Schlagzeug bekam ich mit 19 - obwohl mein Vater Berufsmusiker war. Er hätte wohl gern gesehen, dass der Bub ein richtiges Instrument lernt... viele Jahre später haben wir sogar mal ein paar Mucker-Gigs zusammengespielt.


    Musikalisch war ich von den Beatles, Led Zeppelin, Deep Purple, ELP, Slade, Sweet, T-Rex und Alice Cooper beeinflusst.


    Bilder von meinem ersten Set und viele andere Infos Hömpääätsch

    Ich beglückwünsche Alle, die es schaffen, glücklich und zufrieden von ihrer Passion leben zu können. Leider ist die Chance hierfür verschwindend gering, wenn du keine Zuverdienste - durchaus auch im musikalischen Umfeld - hast. Analog dem taxifahrenden Wirtschaftswissenschaftler gibt es - in ihrem Genre - durchaus bekannt und prominente Bands, deren Mitglieder z.T. Briefe austragen, an der Waschanlage schuften, bei ausreichender Qualifikation Unterricht geben, im Musikladen jobben usw. Wer da jetzt ein Profi ist oder nicht, ist eher eine philosophische Betrachtung.


    Ein Profi ist für mich jemand, der in seinem Bereich über die entsprechende Einstellung und über die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, um seine Arbeit zu machen und seine Ziele zu erreichen. Weiterhin muss er zuverlässig, gut organisiert und strukturiert sein, ein angenehmes Auftreten haben und immer Teil der Lösung sein. Da professionelles Arbeiten meist im selbstständigen Bereich passiert, ist das Alles noch lange kein Garant, davon auch leben zu können. Ich kenne Mucker, die leben von ihrer Mucke und geben noch ein bischen Unterricht, wären aber nie in der Lage, sich heute für morgen ein komplett fremdes Programm draufzuschaffen und unfallfrei abspielen zu können - das wär eher was für einen Profi und da unterscheidet sich eben der muckende Amateur vom Profi. Stichwort Zuverlässigkeit: gerade im Cover-Bereich hat sich das mit den Verträgen ziemlich durchgesetzt. Wenn du eine Band hast, die Verpflichtungen eingeht und dann ein Mitmusiker beschliesst, dass er heute Bock hat, muss die ganze Band dafür geradestehen: Stress mit Veranstalter, Konventionalstrafe, Ticketrückgabe, vergeudete Prome/Plakate/Flyer usw. Ist meiner Meinung nach nachvollziehbar.


    Ich wollte als Anfänger immer Profi werden, hab aber schnell gemerkt, dass es nicht mein Ding ist, meine Passion zum Job zu machen. Man muss einfach auch die Natur haben, in allem, was man da zum Teil spielen muss, noch etwas Positives zu sehen und auszustrahlen. Lieber war und ist es mir, Musik zu spielen, die ich liebe, anstatt Sachen zu machen, die mir nicht passen, nur weil ich meine Miete zahlen muss. Trotzdem nehme ich meine musikalischen Tätigkeiten sehr ernst und bemühe mich um professionelles Herangehen und Durchführen. Auch wenn ich oft zu selbstkritisch bin und immer der - mit Lohnarbeit - vertanen Zeit nachweine, in der ich meine Fähigkeiten verbessern könnte - für mich funktioniert dieser Kompromiss am Besten.


    Ach so: mit der richtigen, entspechend erfolgreichen Band würde ich den Schritt noch heute (mit 55J.) tun. Aber das ist so realistisch wie ein 6er im Lotto.

    Das hab ich hier auch noch nicht gesehen:
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    Sehr geil, das haben wir mit ca. 40 Leuten beim Sommermusikfest gemacht - ein tolles Gefühl, wenn man nach 8 Durchgängen wieder synchron läuft :D

    Der Clip ist Spitze! Fast zappaesk und toll getrommelt.
    OT: Politiker sind ja eh nicht die Hellsten (ausser, es geht um ihre Finanzen), man fragt sich aber trotzdem, wie ein Totalausfall wie Ede politisch so hochkommen kann - jetzt sitzt er in Brüssel und vernichtet Steuergelder. Wie alle seine anderen Kollegen. Gute N8, Welt - hoffentlich macht es die nächste Spezies besser...

    Ich habe diese Erfahrungen auch gemacht, beim Schlagzeug ist es wohl so, dass die vermeintliche Einfachheit des Instruments die "Musiker" verleitet, bestimmte Vorstellungen zu haben, die sie aber oft nicht adäquat vermitteln können. Ich halte es mittlerweile so:


    Man kann über alles reden, ich lass mich auch - mal mehr, mal weniger gern :D - überzeugen und wenn ich mich in dem Vorschlag wiederfinde - warum nicht?


    Wenn aber jemand bestimmen will, was ich spielen soll, muss er mich bezahlen - dann mach ich alles und spiel als Mietsklave - wenns sein muss - auch Rosanna rückwärts.

    Der Vergleich hinkt so dermassen stark, dass er einen Behindertenausweis bekäme, wenn er ihn beantragen würde... jedes Werkzeug hat seine Berechtigung. Ein Genussmittel ist kein Werkzeug. Ob man A- oder E-Drum benutzt, ist von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig. Ich schätze und benutze beide.
    Als ehemaliger Raucher finde ich E-Zigaretten kindisch und lächerlich. Wenn man seine Sucht schon mit Ersatzmitteln bekämpfen muss, sollte man lieber Tee trinken...

    Ich hatte meine Sets schon jahrelang immer mal über Nacht im Auto, auch bei -15°, das hat überhaupt nix ausgemacht. Wichtig ist, dass sie dann trocken gelagert/aufgebaut werden, damit das Holz nicht feucht wird oder die Harware rostet. Ich hab auch schon Open Air im Winter gespielt, ausser bei meinen Fingern war kaum Materialermüdung festzustellen.
    Was viel schlimmer ist: Hitze bei direkter Sonneneinstrahlung. Da hat es mir schon Folien abgelöst und Falten geworfen, die nie mehr rausgegangen sind. Felle stimmen sich ins Bodenlose und die Stöcke pappen fest, Becken kann man nur noch mit dem Handtuch anfassen und auf dem Sitz kannst du Spielgeleier braten - das ist kein Spass. Abgesehen von der Belastung des Equipments musst du literweise Wasser trinken, ob du willst oder nicht, sonst kippst du um. Ein Arbeiter oder Angestellter würde unter diesen Bedingungen niemals arbeiten, nur wir dummen Musiker... :thumbup:

    Den mit Rückenlehne (besser als mein Bürostuhl!!), den und noch 2 Billig-Sitze für den Notfall/Minigig/Minitransport.
    Auch wenn ich wie mein Oppa klinge, der von Stalingrad erzählt: ein guter Sitz ist die beste Grundlage für körperschonendes nachhaltiges Drumming. Lieber ein Becken weniger als nen Bandscheibenvorfall oder sonstige Seuchen, die keiner braucht...

    Bin eigentlich nicht so der Rackfreund, hab aber für mein Custom-Gannini-Set jetzt so eins Dixon Rack mit noch einem kurzen Seitenteil, daran hängen 3 Toms und 6 Becken. Ich habe mich dafür entschieden, da ich den dazugehörigen Ständerwald oft nicht zufriedenstellend auf ein vorhandenes Podest gestellt bekommen habe. Mit Rack ist die Grundfläche sehr übersichtlich... das Dixon Rack ist empfehlenstwert, hält bombig und ist noch nie ausgefallen. Wichtig ist, dass man alle schwer belasteten Stellen gut mit Memory Klammern sichert. Auch der Aufbau/ Transport ist easy: ich lass die Klammern sowie die Tomhalter an der Frontstange, häng die schnell an die Beine und häng die Beckenhalter ein - fertig. 5 Min. Von der Länge passt es prima in einen Ami-Kleidersack - für den Transport im eigenen Kfz reichts, für Bus und LKW sollte man es besser verpacken.
    Für mein Rock-Set Premier Artist mit 24" Bassdrum, 13" HT und 16" + 18" ST würd ich nie ein Rack auch nur in Betracht ziehen...