Hast Du einen API oder Neve Preamp, das ganze mal mit nem gritty/übersteuerten Sound machen, ein ganz frisches Fell? Ob da die weniger Höhen auffallen?
Ich habe einen Sound Skulptor MP573 Neve-Klon, ja. Aber das sprengt jetzt ein bisschen den Rahmen. Vielleicht mal, wenn ich den eh im Raum am Start habe… Aber für diese Rutsche reicht es mir erstmal, glaube ich.
Zum Abschluss habe ich die verschiedenen 421 und noch zwei andere am Set vorhandene Mics in die Bassdrum gesteckt:
Achtung, auch hier gibt es einen Fallstrick: die genaue Position der Mikros in der Bassdrum konnte aufgrund von Einschränkungen des Stativs und/oder der Mikrofonhalterung nicht zu 100% reproduziert werden. Die Files sind also mehr als Anhaltspunkt für den Charakter der Mikros zu sehen.
Es geht weiter mit einem Vergleich des Kompakt gegen das U4 an der gleichen Trommel:
Achtung: hier ist leider ein systematischer Fehler drin - ich hatte das Kompakt immer auf dem Clip-On Mount und das U4 immer auf einem Stativ. Das verfälscht den direkten Vergleich natürlich etwas...
Ich höre da Unterschiede, mehr beim 16er Floortom als beim 10er Tom, aber bei beiden definitiv vorhanden (was jetzt keine unerwartete Neuigkeit ist). Mich würde aber vor allem eure Meinung interessieren, ob ihr das ähnlich hört wie ich, deshalb halte ich mich erstmal mit meiner Meinung zurück.
edith: fragt sich in dem zusammenhang gleich wieder was wohl so gemountete Toms auf Kickdrums u.U. wohl evtl. auslösen. duck und weg :}
Brauchst Dich nicht wegducken - das ist eine sehr berechtigte Frage! Zumal bei meinem Live-Setup der Splashhalter auch noch ein einem der Tomarme montiert ist... Wird sich beim nächsten Liveeinsatz zeigen.
Definitiv, da bin ich sogar etwas enttäuscht. Habe aber gesehen das du im Video wieder braf das gute, alte 57er eingespannt hast
Die M201TG sind tolle Mikros, aber im direkten Vergleich mit den 421 (egal welche Version) liegen sie etwas hinten für mich. Stimmt, ein 201 an der Snare wäre auch noch gut gewesen als Vergleich...
Abgesehen von der Hauptsnare sind alle Trommeln auf Stativen, auf denen auch noch Becken montiert sind. Ich konnte da aber bisher keine Probleme feststellen.
Es hängt vielleicht auch von der individuellen Situation ab (welches Becken auf welchem Galgen und wie an das Hauptstativ angekoppelt)...
Md421 ist auch für Saxophon und E-Bass eines meiner Lieblingssachen, mir gefallen die alten wesentlich besser, offener, mehr Höhen (Sprache und Snare bei Dir).....eigentlich sehr großer Unterschied,
Ja, diesen Höreindruck hatte ich auch - die alten sind offener und transparenter.
was noch interessant wäre, nur die Tom Mikrofone ohne Overheads, aber die Becken auch mit gespielt.
Also wenn der Aufbau so noch steht.
Das kann ich aus dem vorliegenden Material noch generieren - Du meinst einen Auschnitt, wo voller Beckeneinsatz (und Groove) da ist, aber dann nur die vier Tommikros offen im MIx, ja? Soll das eine Stelle sein, wo auch Tomschläge sind oder nur der Bleed in die Tommics?
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Das MD 421 hat seit eh und je den Ruf, dass Streuschall von schräg hinten sich teilweise unschön und relativ laut in das Mikrofonsignal mischt. Dazu könnt ihr in den folgenden Aufnahmen hören, was an Bleed sowohl von den Becken als auch von den benachbarten Toms vorhanden ist:
Ich hatte den Eindruck, als sei der Bleed beim Kompakt nicht ganz so ausgeprägt ist wie bei den älteren Versionen HL und U4 – es hängt aber ganz sicher auch von der Positionierung der Mikrofone in Relation zu den Becken ab. Bei mir z.B. liegen die Kapseln der 421er an den Standtoms sehr nah am Ridebecken – dementsprechend gut ist dieses dort auch zu hören. Fairerweise muss ich sagen, dass mit meinen bisherigen Tommikrofonen (Beyerdynamic M201TG) der Bleed auch deutlich vorhanden war, obwohl diese als Hypernieren etwas mehr bündeln als die Nieren der 421er.
Sound:
Eins war mir beim Abhören der Spuren mit den Signalen der 421 Kompakt und den beiden 421 HL bzw. U4 sofort klar – die Mikrofone gehören zu einer Familie und sie klingen für meine Ohren bereits roh ohne jede Bearbeitung gut! Im direkten Vergleich mit den älteren 421ern haben die Kompakt nach meinem Gefühl etwas weniger Höhen und wirken damit nicht ganz so offen wie die Mikros aus der Vorgängergeneration. Auch haben die Kompakt für mich einen etwas ausgeprägteren Nahbesprechungseffekt, was man bei direkter Einsprache in den Korb gut hören kann:
Beispiel Besprechung aus 5cm Entfernung - erst das 421 Kompakt,,,
Es folgt ein Video mit dem Sound der Toms meines Sets – abgenommen am 10“ und 12“ Tom mit den 421 Kompakt, am 14“ Standtom mit dem 421-HL und am 16“ Standtom mit dem 421-U4. Alle Mikros (auch Overheads und BD und Snare) sind vollkommen unbearbeitet (kein EQ, keine Kompression, kein FX):
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Mein Fazit:
Das 421 Kompakt ist für meine Begriffe eine folgerichtige Weiterentwicklung der 421er Baureihe von Sennheiser. Besonders die neue, fest am Gehäuse angebrachte Stativhalterung ermöglicht nun auch den bedenkenlosen Liveeinsatz des Mikrofons und die kompakte Größe macht den Einsatz an den Toms oder generell am Schlagzeug einfach wie nie. Der Sound ist typisch 421, wenn auch in Nuancen unterschiedlich von den alten Ausführungen HL und U4, mit denen ich direkt vergleichen konnte. Ein Vergleich des Klangs zu einem 421-II konnte ich leider mangels Testmikrofon nicht durchführen – das reiche ich ggf. nochmal nach. Mir hat der Klang meiner Toms abgenommen durch die 421 Kompakt an den kleineren Toms und zwei älteren „großen“ 421ern an den Standtoms sehr gut gefallen, auch schon vom unbearbeiteten Rohsignal her. Es klang für mich auch besser als mit den bisher von mir verwendeten M201TG. Natürlich ist der Klang aber eine sehr subjektive Angelegenheit, so dass jeder für sich entscheiden muss, ob die Kompakt in Frage kommen für die Abnahme des eigenen Sets oder ob doch andere Mikros bevorzugt werden.
Wie immer muss man sich gerade bei Mikrofonen für das Schlagzeug auch den Preis anschauen – hier legt das MD 421 Kompakt einen Streetprice von 299,- mit dem Clip-On Halter vor. Das sind dann für vier Toms nicht zu verachtende 1200,- Euro. In der gleichen Preisklasse sind auch andere sehr hochwertige Mikrofone zu bekommen wie z.B. das Shure Beta 98 AMP (um nur mal eines zu nennen). Jeder muss für sich abwägen, ob der Preis gerechtfertigt ist – eins ist aber klar: wenn es der klassische 421-Sound sein soll, dann sind die kleinen Kompakt eine sehr interessante Variante, diesen ohne großen Stress zu bekommen. Alternative wäre nur das Schnäppchen-Jagen von älteren MD421 auf dem Gebrauchtmarkt und das Inkaufnehmen der Nachteile der älteren Teile (schwer, lang, fummelige und unsichere Halterung). Allerdings steigen die Preise für gut funktionierende MD 421 in letzter Zeit schneller als der Goldpreis und man hat beim Gebrauchtkauf auch immer das Risiko dabei, eine Gurke zu erwischen. Ohne eigenen Test und Vergleich mit anerkannt guten 421 Exemplaren ist der Gebrauchtkauf ein bisschen Glücksspiel – es kann super gut ausgehen, aber eben auch als Schuss in den Ofen.
Meine Empfehlung: wer auf den 421-Sound steht, der sollte die kleinen MD 421 Kompakt mit auf dem Zettel haben und bei Gelegenheit mit antesten. Alternativen an hochwertigen Mikrofonen gibt es in der gleichen Preisklasse allerdings auch reichlich – der potentielle Käufer hat hier also wie immer die Qual der Wahl!
Hier kommt er nun - mein angekündigter Test der Sennheiser MD 421 Kompakt am Schlagzeug. Ich hoffe, es wird euch nicht langweilig beim Lesen und Hören/Schauen...
Disclaimer:
Die folgenden Ausführungen geben meine persönliche Meinung zu dem Produkt Sennheiser MD 421 Kompakt wieder, die ich beim Test eines Paares dieser beiden Mikrofone im direkten Vergleich mit einem MD 421-U4 und einem MD 421 HL hauptsächlich an meinem Schlagzeug (aber auch bei der Aufnahme von Sprache und E-Bassboxen) gewonnen habe. Meine hier wiedergegebenen Eindrücke können von dem Abweichen, was andere beim Test dieser Mikrofone erleben oder in ihren Testberichten wiedergeben. Mein Test ist ohne Beeinflussung durch den Hersteller dieser Mikrofone erfolgt. Dieser Test verfolgt keinerlei kommerziellen Ziele.
Generelle Beschreibung des MD 421 Kompakt:
Das 421 Kompakt ist die neueste Entwicklung in der MD 421 Reihe aus dem Hause Sennheiser. Das MD 421 gibt es seit 1960 in verschiedenen Ausführungen (-2, -N, -HL, -HN -2, -U usw.). Den alten Ausführungen bis Baujahr 2002 ist das gleiche Kapsel- und Gehäusedesign gemeinsam und die Versionen mit Tuchelanschlüssen können relativ einfach auf einen XLR-Anschluss umgerüstet werden. Eine solche Umrüstung habe ich kürzlich bei einem 421 HL vorgenommen, dass nun mit der XLR-Buchse mit ganz normalen Kabeln verwendbar ist und keine speziellen Adapter mehr benötigt.
2002 wurde das MD 421 einem größeren Update unterzogen – seitdem trägt es den Namen MD 421 II. Geändert wurde laut Wikipedia das Gehäusedesign und die Kapsel – in erster Linie, um es einfacher montieren zu können (Vermeidung von Klebeverbindungen, selbsdichtende Gehäuse usw.). Das Kompakt, um dass es hier geht, ist wiederum eine Weiterentwicklung des MD421 II – es hat die gleiche Kapsel und den gleichen Mikrofonkorb, aber das Gehäuse hinter der Kapsel und dem Korb ist nur noch halb so lang wie beim Typ 421 II. Der Bass-Rolloff ist weggefallen, dafür hat das Kompakt eine fest am Gehäuse angebrachte Stativhalterung bekommen, was viele als lange überfällig bezeichnen würden. Die alte Halterung hat sich oft ungewollt bei der Montage des Mikrofons auf dem Stativ gelöst und der folgende Absturz des Mikros führte nicht selten zu Beschädigungen desselben. Das dürfte mit der neuen Halterung Geschichte sein. Damit geht es auch schon in den Test:
Halterung:
Die jetzt in das Gehäuse integrierte Halterung besitzt einen Gewindeeinsatz aus Messing, der beide gängige Größen (5/8“ und 3/8“) gleichzeitig ohne einschraubbaren Adapter zur Verfügung stellt. Das an sich ist praktisch, aber die Umsetzung wirft auch Fragen auf: durch das vorgelagerte 5/8“ Gewinde greifen von einem normalen 3/8“ Gewinde auf einem Mikrostativ nur 1 – 1 ½ Gewindegänge in das Gegenstück im Stativadapter. Das mag bei Metallgewinden noch gut und dauerhaft halten, aber beim im Lieferumfang enthaltenen Clip-On Adapter für Trommelspannreifen könnte es auf Dauer kritisch werden: die Schraube in dieser Halterung ist erstens aus Kunststoff und zweitens relativ kurz, so dass nur ein Gewindegang in das Messinggewinde der Stativhalterung eingreift. Hier wird die Zeit zeigen, ob dies zu vorzeitigem Verschleiß führen wird.
Fazit zur neuen Halterung: Eine meiner Meinung nach gute und innovative Verbesserung was die Montage des Mikrofons angeht, aber im Detail für mich nicht ganz bis zu Ende gedacht durch den kurzen Eingriff von 3/8“ Gewinden in der Halterung.
Edit 09.01.2025: Hier noch eine Ergänzung vom erweiterten Test gestern - auf ein älteres K&M Mikrofonstativ ging die neue Halterung gar nicht drauf, weil das Gewinde wohl kürzer als bei den neuen ist. Es ging nur, wenn man die Konterscheibe entfernt hatte. Für mich enttäuschend, eine Mikrofonhalterung muss mit Standardmaterial funktionieren ohne Gebastel. Mich würde interessieren, was Sennheiser sich dazu gedacht hat…
Verpackung:
Die Verpackung ist zum größten Teil aus Pappe, nur eine Folie fixiert das Mikro selber auf einem Pappstreifen. Es handelt sich um eine reine Verkaufsverpackung – für die langfristige Lagerung des Mikros gibt es einen grauen Stoffbeutel. Immerhin kann dieser sich nicht wie früher der Schaumstoff in den Mikrofonkästchen nach Jahren auflösen. Der Schutz in dem Beutel ist aber natürlich nicht so gut wie in einem Case mit passendem ausgeschnittenem Schaumstoff.
Das ist dann nach dem Auspacken drin gewesen: Das Mikro selber, die ClipOn-Klemme für den Spannreifen, der Stoffbeutel, zwei BDAs und ein Aufkleber.
Verarbeitung:
Das Mikrofongehäuse besteht aus Kunststoff, der aber ordentlich verarbeitet ist. Der Grill ist aus Metall und wirkt sehr stabil. Alles in allem wirkt die Verarbeitung gut. Langzeiterfahrungen habe ich natürlich noch nicht gewinnen können – sollte hier etwas zu vermerken sein, wird es nachgereicht.
Clip-On Halterung für Trommelspannreifen:
Die Clip-On Halterung für die Montage von Mikrofonen direkt am Trommelspannreifen ist bei Sennheiser nichts Neues (vgl. e603/e604, e904), aber das damit ein 421 direkt an der Trommel montiert werden kann, ist ein Feature, dass dem Kompakt wohl als erstem 421-Typ bei der Schlagzeugabnahme den Weg auf die Bühnen ebnen wird. Zumindest ist Live die Abnahme der Trommeln nun mit einem 421-Derivat machbar, ohne einen ganzen Ständerwald aufbauen zu müssen. Sicherlich hätte man auch eins der großen 421er an einen Clip-On Halter wie z.B. die LP The Claw schrauben können, aber so richtig praktikabel ist das ganz sicher nicht. Die Positionierung von Mikrofonen in der Größenklasse MD 421 (normale Bauform) ist auf z.B. der LP The Claw genauso knifflig wie die Ausrichtung eines EV RE20 oder der etwas kleineren Ibanez TH800, die ich sonst gerne an den Standtoms verwende. Da haben die Kompakt schon alleine durch die Größe und das geringe Gewicht einen erheblichen Vorteil.
Zurück zum Halter des Kompakt: dieser hält sicher auf Triple Flanged Hoops, Gussspannreifen und auch an den nach innen gefalzten Spannreifen einer Tama Starphonic Snare (*). Die Montage des wirklich aus zähem Kunststoff bestehenden Clip-Ons muss man etwas üben, aber wenn man den Dreh raus hat, geht es erstaunlich schnell und sicher. Das 421 Kompakt lässt sich auf der Clip-On Schiene gut in Position bringen, wobei man bezüglich der Positionierung immer einen Kompromiss aus Abstand und Position eingehen muss. Wenn man z.B. etwas weiter weg vom Fell will, dann wandert das Mikro auch gleichzeitig seitlich von der Trommel weg. Will man nah ran ans Schlagfell, dann ist man auch weiter innerhalb des Fells Richtung Trommelmitte. Für meine 10“ und 12“ Toms konnte ich sehr einfach und schnell eine gute Mikrofonposition finden, bei meinen 14“ und 16“ Floortoms konnte ich eine etwas weiter zur Trommelmitte verschobene Position wie ich sie mit den „normalen“ 421 bevorzugt habe, nicht erreichen. Diesen Einschränkungen muss man sich bei der Verwendung von Clip-On Halterungen jeder Art einfach bewusst sein. Die realisierbaren Positionen sind aber auf alle Fälle sinnvoll und ermöglichen auch einen guten Klang.
(*) Wie ein nachträglicher Test ergeben hat: der Clip-On Halter funktioniert nicht auf einem S-Hoop!
Zur Schraube aus Kunststoff habe ich oben schon etwas geschrieben – das Material wirkt wirklich sehr zäh und wertig, aber das nur einen Gewindegang tiefe Einschrauben in das Innengewinde der Mikrofonhalterung ist für ein Plastikgewinde auf Dauer sicherlich eine große mechanische Belastung. Die Zeit wird zeigen, ob hier Abnutzung auf Dauer zu Funktionseinschränkungen führt.
Körperschallaufnahme:
Hier gilt es, zwei verschiedene Wege für Körperschall zu unterscheiden: das eine sind wirkliche Handlinggeräusche durch z.B. Anfassen am Gehäuse – hier ist das Kompakt den alten Modellen 421 U4 und HL etwas unterlegen, d.h. die Griffgeräusche sind beim Kompakt weniger gedänpft – sie sind in meinem Audiobeispiel unten auch tieffrequenter, was auf eine etwas schlechtere Entkopplung der Kapsel vom Gehäuse beim Kompakt schließen lässt. In wie weit diese direkten Handlinggeräusche heute noch kritisch sind, bleibt dahingestellt: jedenfalls wird das Mikro wohl heute eher selten als handgehaltenes Mikrofon zum Einsatz kommen.
Audio Sprache 17cm und tickeln am Gehäuse – erst das 421 Kompakt:
Was aber durchaus relevant ist, sind Vibrationen, die durch das Stativ oder noch mehr durch die Clip-On-Halterung übertragen werden. Bei einem normalen Stativ ist mir hier nichts Negatives im Vergleich zu anderen Mikrofonen aufgefallen, beim Clip-On ist jedoch eine deutliche Übertragung von Körperschall festzustellen: Beispiele dafür sind bei meinen Drumset die Schwingungen der Beckenarme, die angeregt von den angeschlagenen Becken über das gemeinsame Stativ auf die Tomhalterung und dann auf die Trommel und weiter ins Mikro übertragen werden.
Die folgenden Beispiele (Achtung! Laute und fiese Töne!) zeigen, was sich so alles zu den eigentlichen Mikrofonsignalen hinzugesellen kann bei ClipOn-Halterungen am Schlagzeug:
Hier das 18“ Crash, das gemeinsam mit dem 12“ Tom auf einem Stativ hängt – zu hören ist nur das 421 Kompakt auf dem 12“ Tom:
Es folgen zwei Clips mit Körperschall vom 8“ Splash in die 10“ und 12“ Tommikrofone auf ClipOns – das 8“ Splash ist mit dem 10“ Tom auf einem Stativ montiert:
Bei den letzten beiden Beispielen ist der Unterschied besonders frappierend zu hören – während das 421 Kompakt auf dem 10“ Tom über das Stativ und die ClipOn-Halterung massiven tieffrequenten „Schmutz“ einfängt, ist auf dem Mikro des 12“ Toms nur der Bleed des Beckens in das Kompakt zu hören. Beide 421 Kompakt waren in etwa gleich weit vom Splash entfernt.
Die Übertragung von Körperschall über die ClipOn-Halterungen in die Mikrofone ist etwas, dass man im Studio so nicht tolerieren würde (und daher dann doch wieder auf einzelne Mikrofonstative ausweichen würde). Live mag es hinnehmbar sein und vor allem werden andere direkt an der Trommel befestigte Mikrofone prinzipiell das gleiche Problem haben. Was ich noch nachreichen werde, ist ein Vergleich von zwei 421 Kompakt an der gleichen Trommel – einmal mit ClipOn, einmal an einem eigenen Stativ aufgehangen. Auch hier würde ich erwarten, dass Vibrationen der Trommel über die ClipOn-Halterung ins Mikrosignal einstreuen – die Frage ist, wie stark und störend dieser Effekt auftritt.
Becken sind billiger Schrott, leider! Das BLX ist prima - aus eigener Erfahrung: lass die Gratungen machen und wenn mal Longlugs brechen sollten, kannst Du auf Drittanbieter Lugs mit 39 mm Lochabstand wechseln (oder auch die originalen Pearl Masters Lugs, aber die sind wirklich sehr sehr teuer geworden). Die Kessel der BLX und MLX sind top und klingen klasse!
PS: Dein BLX ist eines der späten aus 1992 herum - es hat schon die Unterlagen unter den Badges, das hatten sie erst kurz vor auslaufen der Serie. Da waren die Böckchen auch schon etwas besser als bei den ersten Modellen.
Was ich sehr spannend finde, ist eure Aussage, bzw. Einigkeit darüber, dass wenn man alles auch einzeln abnimmt, euch eine AB Mikrofonierung deutlich besser gefällt als als bspw. XY oder ORTF. Eure Deutlichkeit klingt dabei nach etwas mehr als nur einer reinen Geschmacksfrage. Ich mit meiner wenigen Ahnung kann den Zusammenhang leider nicht erkennen und wie das eine das andere bedingt. Oder sind XY und ORTF euch dann einfach irgendwie „zu schmal“?
XY ist mir einfach zu eng und wenig räumlich - das klingt für mich nie so richtig gut, weder als Hauptmikrofone bei Abnahme mit z.B. nur vier Mics noch bei kompletter Einzelmikrofonierung des Sets. Der einzige Vorteil von XY und M/S ist die perfekte Monokompatibilität...
ORTF finde ich ein gutes Verfahren, wenn die Overheads die Hauptmikrofone sind - die Stereoortung ist damit sehr gut und es kommt etwas mehr Raumgefühl rüber als bei XY. Ein ORTF Array auf einer Stereoschiene kann man auch relativ gut über dem Set flexibel positionieren, so daß z.B. die Snare mittig abgebildet wird, aber der Rest des Sets (Toms und Becken) trotzdem in etwa positionsrichtig liegt.
AB ist für mich vom Beckenklang die schönste Anordnung, außerdem gibt sie ein sehr gutes Raumgefühl. Dafür - und das gilt besonders bei höherer Positionierung der MIkros über dem Set - gehen die Toms und auch die Snare gefühlt etwas unter. Genau das kann dann mit den Einzelmikrofonen ergänzt werden. Wenn der Raum allerdings nicht gut klingt, kann das bei AB schnell sehr stark mit in die Aufnahme gehen - dann wäre XY und nah dran vielleicht die bessere Variante.
Für mich kommt bei meinen Schlagzeug-Overheads auch fast nur noch eine spaced Aufstellung in Frage. Mit klassischer Stereofonie haben Schlagzeug-Overheads eigentlich nichts zu tun (so sehe ich das jedenfalls). Nach wirklich vielen Experimenten finde ich den Klang der Overheads in einer AB-ähnlichen Aufstellung am brauchbarsten bei Multimikrofonierung von allen Trommeln - in exakt gleicher Höhe und exakt vertikal nach unten ausgerichtet.
Da bin ich bei Dir! Wenn man nur mit Overheads und BD&SN Stütze aufnimmt, ist das was anderes, da macht ORTF schon viel Sinn, aber bei Mikrofonierung aller Trommeln klingt AB für mich auch am besten. Und die Geschichte mit den nach innen gewinkelten Mikros bei AB ist sinnfrei - erstaunlich dass man das trotzdem sehr oft sieht.
Mir fällt auf, dass die alignten Versionen jeweils über 1 dB lauter sind (bezogen auf die wahrgenommene Lautstärke bzw. Lautheit nach EBU R128).
Das kann ich nachvollziehen hier an der DAW, ist mir gestern Abend tatsächlich aber nicht aufgefallen. Interessant ist, dass diese höhere Lautheit nur durch das alignen entsteht - ansonten ist der Mix identisch. Es sind eh nur rohe Mikrofonsignale ohne EQ oder Kompression - nur ein True Peak Limiter war im Master aktiv.
Mir gefallen die nicht alignten Versionen deutlich besser. Klingen viel offener und natürlicher! Aber ist natürlich Geschmackssache.
Gestern habe ich vor allem mit Kopfhörer abgehört und hätte dir widersprochen - heute mit etwas höherer Lautstärke über die Monitore bin ich mir nicht mehr so sicher, welche Version ich besser finde. Es kommt sicherlich auch noch drauf an, was man im Mix mit solchen Signalen mach - wenn z.B. eine Plate oder ein kleiner Raum drauf kommt, dann wird das die Sache sicher nochmal verändern.
Verzichtet man auf ein Aligning, sollte man natürlich trotzdem die Phasen checken. Die Werkzeuge dafür sind die Ohren und die Phasenschalter der Tracks.
Ich stelle immer wieder fest, dass phasengedrehte Overheads oft besser mit den close mics an Snare und Toms harmonieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier ein bisschen rumzuprobieren.
Das mache ich auch immer. Dabei hängt es aber sehr stark von der Höhe der Overheads ab, ob eine Phasendrehung besser klingt oder nicht. Ist die Höhe so, dass sich gerade die Grundtöne von Snare und Toms auslöschen, dann bringt die Drehung einen viel volleren Sound. Bei mir waren die Overheads diesmal deutlich höher als sonst und es gabe keinen eindeutigen Unterschied beim Drehen der Phase.
Ja, das ist eine gute Frage. In der Wirklichkeit ist die Snare ja nicht genau mittig und die BD oft auch nicht. In einem Mix möchte ich es aber so haben. Ich versuche, die Overheads so aufzustellen, dass zumindest die Snare mittig ertönt. Das geht bei AB über das vom Drummer aus gesehene Verschieben nach links und dem Versetzen des linken OH-Mics etwas nach vorne (Richtung vor das Schlagzeug). Bei XY oder ORTF geht es vor allem durch Drehen der Mikrofonanordnung auf die imaginäre Achse zwischen Snare und Bassdrum - manchmal kombiniere ich das noch mit einem seitlichen Abkippen der Anordnung in Richtung der tiefen Toms.
Wenn du jetzt aber jedes Tom und vielleicht die HH versuchst in Phase zu bringen, mit dem OH welches am nächsten ist, dann verbiegst du doch zwangsläufig auch die Positionen!? Und wie würdest du es zb. bei X/Y handhaben?
s.o. - bei XY ist es eigentlich viel einfacher zu alignen, weil der Abstand der einzelnen Klangquellen zu beiden Overheads gleich ist. Da würde ich die Wellenform direkt übereinanderziehen - der Stereoeffekt ergibt sich dann nur noch durch die Lautstärkeunterschiede zwischen R und L.
Gleichen Abstand der Snare zu den Overheads hatte ich auch lange Zeit immer wieder umgesetzt. Das mag bei minimaler Mikrofonierung und entsprechendem Mix gut funktionieren. Aber bei vielen Closemics, einem größeren Set-Aufbau mit vielen Becken und Verzicht auf Raummikros sind mir die Overheads mit mittiger Snare einfach zu unausgewogen (v.a. hinsichtlich der Becken, für die sie ja primär zuständig sind).
Das stimmt, es ist mit Sicherheit sehr vom individuellen Aufbau abhängig. Ich hatte in meinem Beispiel diesmal z.B. keine Stützen für HH und Ride und auch kein Raummikrofon. Bei meiner aktuellen Beckenanordnung achte ich beim Aufstellen der Overheads darauf, dass die gehörten Positonen der Becken stimmen und sie von der Lautstärke zueinander passend sind. Das gefiel mir bei der Abnahme mit hohen Overheads sehr viel besser als bei einer niedrigen Position der Overheads.
Aber ist alles Philosophie-Sache ... am Ende geht's ja nur darum, wie's klingt und ob's einem selber gefällt.
Ja, richtig oder falsch gibt es hier nicht und am Ende entscheidet der persönliche Geschmack. Ich glaube auch nicht, dass ein Drumsound durch das Alignen steht oder fällt - da sind andere Faktoren viel entscheidender.
Da gerade in einem anderen Thread das Stichwort "Alignment" fiel und ich zufällig gerade just damit experimentierte, greife ich diesen Thread nochmal wieder auf anstatt einen neuen aufzumachen. Es gibt zwei Audiobeispiele 1 und 2, die jeweils einmal aligned sind und einmal nicht. Welche Variante A oder B jeweils aligned oder nicht aligned ist, löse ich dann später auf. Nur eine Info dazu: in meinem Beispiel sind alle Spuren auf die Overheads bezogen korrigiert - bei Signalen außerhalb der Stereomitte auf die OH-Spur, auf der das Signal zuerst ankommt (betrifft vor allem die Toms - die Snare war im Mittelpunkt des gleichschenkligen Dreiecks zu den Overheads).
Ich hänge die Beispiele hier als MP3 rein - ich empehle aber, für einen tiefgehenden Vergleich die 24 Bit Wavedateien hier auf meiner Box herunterzuladen und die Spuren untereinander in die DAW zu ziehen, damit man direkt hin und herschalten kann.
Ist ein gutes, solides Set (nur die Schrauben der Lugs brechen gelegentlich aus, da leider Lugs aus Plastik),
Die Lugs sind aus einem Gussmaterial (Metall), aber der Rest stimmt. Die Befestigungsgewinde brechen gerne ab, weshalb viele die Longlugs gegen neuere Single Lugs tauschen. Der Lochabstand passt bei Pearls modernen Lugs noch.
Die BLX haben tolle Kessel und klingen sehr gut, wenn die Gratungen plan sind. Das mit den Lugs muss man halt wissen - entweder man pflegt ein Ersatzteillager so wie ich oder man stellt um wie ich es bei meinem MLX gemacht habe.
Ich weiß nicht warum, aber ich hege große Sympathie für die BDC! Wäre ich nicht so überversorgt mit Drumsets, würde ich vielleicht nochmal schwach werden…
Das ist wahrhaft ein Traumset! Ich wünsche Dir viel Freude damit!
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