Beiträge von ohne titel

    Es ist schon erstaunlich, welch eine Vielfalt an Spezialteppichen für alle erdenklichen Genres es da so gibt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass das am häufigsten aus den Tourbussen fallende Modell dieses hier sein dürfte - dicht gefolgt von der Lösung „Habt ihr vielleicht einen Teppich hier, ich habe meinen nämlich gestern in Bielefeld auf der Bühne liegen lassen?“

    Jetz will ich auch noch mal schnell, ich versuche mich dabei auf die Sicht des Livetechnikers zu beschränken...

    - Am Mischpult unterscheide ich zwei Typen Drummer. Typ 1 will so klingen, wie ein Rock/Pop - Set halt so klingt. Das umfasst eigentlich fast alles von Cover bis hin zu 90% des Festivalgeschehens. Hier gilt für mich: einen disziplinierten Fuß vorausgesetzt, komme ich mit allen Größen gut klar. ein sauberer Attack ist viel wichtiger als die Frage nach viel oder tiefem Low End. Bei Bedarf verstümmle ich das im Pult sowieso in einem Maß, dass ich dir nie erzählen darf. Aber mit einem der üblichen Mikros, zeitgemäßem Processing und zeitgemäßer PA lasse ich jede beliebige Trommel nach 26" klingen.

    - Typ 2 weiß, welches Werkzeug er braucht, um die Musik zu machen, die er machen will. Dem brauche ich dann aber auch nichts zu erzählen.

    - Wenn du mit der Drumforce One anreist und genug Roadies hast, nimm mit, was dir gefällt.

    - Wenn du willst, dass dein Eimer im Truck/Nightlineranhänger/etc. keinen Ärger macht, sieh zu, dass er samt Bag in eine Standard 120x60x60 Packkiste passt. Das geht so bis 20".

    - Wenn du samt Set selber anreist: Das muss in deinen Polo passen. Der Bassist hat gerade keinen Führerschein und der Gitarrist hatte noch nie einen. Die müssen auch noch mit rein. Mit Instrumenten und Backline. Du hast gar keinen Polo? Ok, dann muss das in deine A-Klasse passen.

    Tennisbälle geben relativ schnell auf. Was besser geht, sind -ganze- Squashbälle. Keine Angst, das rollt nicht weg. Trotzdem würde ich das ganze mindestens auf einer Seite zugänglich halten, um bei Bedarf nach einiger Zeit die Bälle wechseln zu können. Das geht recht leicht, wenn man das ganze reihum mit einem Montagekissen etwas anhebt.

    In den letzten Jahren ist bei den Künstlern, mit denen ich unterwegs bin, die Bargage ziemlich aus der Mode gekommen. Zuverlässige Veranstalter bekommen eine Rechnung und überweisen das Ganze, unzuverlässige auch - nur halt vor der Show…

    Bargeld gibt es nur noch in seltenen Ausnahmen, aus Traditionsgründen oder bei im Vorfeld klammen Veranstaltern, die man aber trotzdem bedienen will.

    Persönlich vermisse ich es nicht, als Tourleiter mit fünfstelligen Beträgen im Köfferchen zu reisen oder auch mal nachts der Autobahnpolizei zu erklären, warum ich 5000,- in kleinen Scheinen in der Hosentasche habe…

    Das übliche Los des „hired guy“ ist halt, das er erst Kohle bekommt, wenn die Band/der Künstler sie hat. Er addieren sich also die Verzögerungen von Veranstalter und Künstler.

    Ich war gestern mal wieder in der Pflicht, für eine Partyband hinter dem Mischpult zu stehen und weiß jetzt wieder, warum ich das sonst vermeide.

    Mal eine Frage an die Covermusiker unter euch:

    Publikum, Kunden, Wirte, Musiker, Techniker, Agenturen und alle anderen haben bisweilen sehr unterschiedliche Ansichten, was ins Repertoire einer Unterhaltungsband gehört. Es ist völlig klar, dass nur ein Teil davon musikalisch und inhaltlich meinem Geschmack entspricht, das ist auch völlig ok, wir erbringen eine Dienstleistung, machen keine Kunst.

    Trotzdem gibt es Sachen, an denen ich nicht mitwirken möchte. Am Tonpult konnte ich das für mich recht leicht lösen und während „Layla“ den Saal verlassen. Wie es klingt, ist in diesem Stadium eh allen egal.

    Auf der Bühne ist das naturgemäß etwas auffälliger. Wenn der Trommler fluchend die Bühne verlässt, fällt das vermutlich sogar dem alkoholisierten Mob auf. Wie handhabt ihr sowas? - es gibt ja doch einiges Standardrepertoire problematischen Inhalts.

    Wer entscheidet, was auf der Setlist landet? Der Bandleader? Die Band gemeinsam? Jeder einzelne Musiker? Und was, das Publikum das immer vehement fordert?

    Und, am interessantesten? Wo sind eure persönlichen No-Gos?

    Viel RAM, mindestens 16GB, schnelle, große, schnelle SSD (M2). Ich hatte in den letzten Jahren fast nie Stress mit den üblichen Businesslaptops von Lenovo, Dell und Konsorten (Selbst mit uralten Krücken - auf meinem 10 Jahre alten Lenovo x230 läuft Premiere flüssig.), dafür um so mehr mit Consumer- und Gamingklapprechnern aller Art.

    Ich persönlich habe gerne die Möglichkeit, Mikrofone nach der klanglichen und mechanischen Eignung für die Aufgabe auszuwählen, daher ist oft der Mikrofonschrank mit >50 Mikros dabei. Das ist aber mein persönlicher Luxus, den ich mir leiste. Wenn ich mich auf das verließe, was irgendein Projektleiter irgendeines nicht musiklastigen Veranstaltungstechnikers per Copy-and-Paste in irgendein Corporate Event gebucht hat, stände ich oft genug mit 4x Headset und 2x SM58 vor dem üblichen Jazztrio. Das passt zwar beides in die Bass Drum, aber für diesem Fall habe ich normalerweise einige Notfallmikros dabei. Und da geht es nicht um die ideale Eignung, sondern darum, möglichst viel damit abzudecken, notfalls unter Verzicht auf die ebenfalls nicht vorhandenen Stative.

    Als Tonmann habe ich einen weiteren Wunsch an das Loch: Mein Mikrofon soll durchpassen. Durch ein 4“ Loch mit lustigem Plastikring drum passt z.B. ein Sennheiser e901 nicht.

    Ich bin kein Schlagzeuger, aber trotzdem einige Gedanken meinerseits: Auch ich habe jenseits der 30 ein künstlerisches Studium aufgenommen, mit allen Hürden, die das mit sich bringt. Kurz gesagt: Ich habe wahnsinnig viel gelernt, einen Abschluss habe ich bis heute nicht. Daher bin ich heute wie schon vor dem Studium als Tontechniker tätig. Ohne konkrete Finanzierung ist ein Studium kaum zu machen.

    Gerade in dieser Saison ist es verlockend, als Freiberufler üppige Gagen aufrufen zu können. Man kann das mitnehmen, wenn man will, aber die nächste hohle Gasse kommt gewiss. Dafür sollte es eine Idee geben.

    Und, auch das musste ich in meiner freiberuflichen Vergangenheit selbst erleben, die Auftragslage diktiert den Takt. Und die nimmt keine Rücksicht auf deine psychischen Bedürfnisse. Es kann also sein, dass du gerade dringend Raum für dich bräuchtest, aber leider gerade 6 Shows pro Woche anstehen. Man kann mit solchen Situationen umgehen, sollte sich aber im Vorfeld Strategien zurechtlegen. Eine davon ist: So viel finanzielles Polster zu haben, dass man guten Gewissens Jobs absagen kann, wenn das nötig ist.

    Im Touralltag mit begrenzter Transportkapazität kommt man schon mal auf die Idee, auf Mikrofonstative zu verzichten, so weit es geht. Meine Erfahrungen dahingehend sind, dass sich Overheads, wenn sie nur für die Cymbals gebraucht werden, recht gut durch Mikrofonierung von unten ersetzen lassen ,gerne auch durch Kugellavaliers. Kompakter geht es dann nicht mehr. An der Hihat lasse ich das lieber, da ist der klangliche Unterschied deutlich. Ich befestige das Mikrofon aber immer an der Hihatmaschine, dann kann man es beim Changeover mit dem Instrument herumtragen. Dafür eignen sich gut diese Mini Magic Arms aus dem Videobereich, die sind knapp lang genug, um um die Hihah herumzukommen.


    Es gibt vermutlich etwa so viele geniale Bassdrummikrofonierungstechniken wie Tonleute, und viele Kollegen beschäftigen sich da ja auch gerne den halben Soundcheck lange damit, aber es gibt ja schon eine gewisse Bandbreite an möglichen Bassdrumsounds, die einladen, passende Mikros dafür zu benutzen.

    Je nach Tagesform und gewünschtem Sound wähle ich da aus verschiedenen Kategorien:

    - neutral klingende Mikrofone wie das EV RE20 oder dass genannte MD441 funktionieren gut bei Jazz mit entsprechend gestimmten Trommeln. Bei mir ist das oft ein Ibanez Th800.

    - viele Popstile schreien nach Mikros, die schöne charakteristische Mitten machen, aber nicht all zu viel LowEnd machen. Hier nutze ich Beyer M88 und AKG D12.

    - Dann gibt es eine ganze Menge deutlich per-EQter Mikros, die mal mehr , mal weniger für einen aktuellen Rocksound optimiert sind, der verbreitetste Vertreter ist hier sicher das Beta 52. Das funktioniert oft sehr gut für Standardsituationen, zusammen mit dem üblichen Processing und aktuellen Beschallungssystemen klingt es da dann zwar in der Regel fett, aber halt eigentlich auch immer gleich, egal was der Typ auf der Bühne da so trommelt. Das KANN gut sein (Bandcontest...), muss aber nicht.

    - Die Welt der Grenzflächen ist aufgrund der platzsparenden Anbringung im Alltag sehr praktisch, als alleiniges Mikro klingt das aber halt oft nach 80ies Metal. Ich verwende meistens ein Sennheiser 901.

    - Dann gibt es noch den Yamaha Subkick und diverse Nachempfindungen. Meine selbstgebaute Variante kommt oft in Kombination mit einem anderen Mikrofon zum Einsatz, ich schätze die Möglichkeit, mit einer kurzen Faderbewegung drastisch die klangliche Balance zu verändern.

    Erfahrungsgemäß gibt es in so gut wie jedem Mehrparteienhaus nicht ganz aktueller Bauart Körperschallbrücken über Wasser- und Heizleitungen. Allein diese zu entkoppeln ist ohne Eingriffe in die Hausinstallation nicht möglich. Eine schalldichte Kabine habe ich schon erfolgreich in so einem Keller aufgestellt.

    Aus Laiensicht betrachtet: Ich habe das - auch hier mit 8 Schrauben - ausprobiert und bin als Tonmann fasziniert, das Ding in Echtzeit umstimmen zu können. Das wäre definitiv eine Wohltat für den ein oder anderen völlig unpassenden Sound vom örtlichen Top40-Trommeldienstleister. Einen besseren Grundsound konnte ich so nicht erreichen, das richtige Maß an Dämpfung zu erreichen erfordert dann schon wieder mehr Know-how als gerade verfügbar ist. Genau nach Anleitung war in diesem Fall viel zu tot - diesen Sound kann man vermutlich auch erreichen, wenn man die Trommel flächig mit Mürbeteig belegt.

    Im Normalbetrieb spielt er akustisch mit Gehörschutz. Weil er aber auch gerne aif meinem alten iPad mit GarageBand herumspielt, habe ich da irgendwann die Verbindung zwischen diesen beiden Welten hergestellt und ein altes Stereointerface und ein noch älteres (Baujahr: 1980...) Pult hinters Set gestellt. Das ist für mich spannend, weil ich da Dinge ausprobieren kann, für die im Livebetrieb nie Zeit ist (Wie klingt eine Kopfhörerkapsel vor der Kick? Welches ist der beste Magic Arm fürs Hihat Mikro?) und weil das Pult nur einen sehr rudimentären EQ hat. Das zwingt einen dazu, bei der Mikrofonauswahl und Platzierung gründlich zu sein.

    Und für meinen Sohn ist es spannend, weil er die echten Drums ins iPad bekommt und dort merkwürdige Dinge damit anrichten kann.

    Um zu Musik zu spielen, wird das dann auch noch gelegentlich gern mit auf den Kopfhörer genommen.

    Und ja, natürlich kann man das fetter hinschrauben, als es ist. Ich achte aber schon darauf, dass man da hört, was man tut. Keine Gates, keine Kompressoren, außer einem kleinen Plate keine Effekte. Das finde ich sehr wichtig, um beim Lernen einen sinnvollen Bezug zwischen der Bedienung des Instruments und dem Klangergebnis herzustellen. Beim FOH Mix ist das gelegentlich anders, bei Trommlern in der Liga meines Sohnes achte ich da peinlichst genau darauf, dass das, was aus der PA immer gleich klingt, egal, wie der Trommler da draufhaut...

    nach zwei Stündchen herumstimmen -hören und -dämpfen kann ich mit der Snare nun für den Moment gut leben, das Ding ist jetzt deutlich höher gestimmt als zu Beginn. Vielen Dank schon mal für die Beratung hier. Und weil ich schon in Fahrt war, gleich noch die Kick Eingeweide von "ziemlich viel Schaumstoff" auf "ziemlich kleines Kissen + Ziegelstein" umgebaut und etwas am Pult geschraubt. Rein akustisch bin ich jetzt sehr zufrieden, unter dem Kopfhörer rappelt der Snareteppich doch deutlich mit, aber damit muss er jetzt erst mal leben.

    Das Ding verwende ich für iPads etc. Da würde ich mir bezüglich der 2x600g mehr sorgen machen als bei der Gravity Klemme, die Mikros sind damit schon weit aus der Mitte des Stativs, ein Umfallen nicht unwahrscheinlich. Hättest du gerne etwas mehr Material im Spiel, rate ich zur K&M 240/5, eventuell auch zur 23723, letztere kenne ich aber nicht persönlich.