Beiträge von schdaeff

    Vielleicht muss man da doch mehr differenzieren.

    Vorbilder sind wichtig und gehören zum Entwicklungsprozess - egal, ob beim Drumming, in der Familie, im Job oder wie auch immer.

    Grenzwertig wird es aus meiner Sicht eben genau dann, wenn man darüber hinausgeht und möglicherweise sein eigenes Ich irgendwo aus den Augen verliert.

    Fängt man an ein Vorbild zu "kopieren", verbaut man sich diese Möglichkeit und kastriert seine eigene Authentizität am Instrument.

    Das meine ich damit.


    Nun schdaeff, jetzt bist auch ein wenig älter geworden.


    Ein wenig - haha, danke :S

    Ja, das sollte jetzt auch nicht superkritisch oder übertrieben negativ klingen, aber ich habe alleine drei Leute im erweiterten Bekanntenkreis, auf die das zutrifft.

    Und bei denen - ja, klar, für meinen ganz persönlichen Geschmack - das Ganze zulasten der Musikalität in den Vordergrund tritt.


    Wenn mein Umfeld aber aus Eurer Sicht gar keine repräsentative Statistik zulässt, dann liegt es vielleicht auch einfach an mir ;)


    Andererseits muss ich sagen, dass ich selbst trotz eindeutig vorhandener (und mir auch bewusster) technischer Unzulänglichkeiten vor allem wegen meiner songdienlichen Spielweise bzw. Musikalität geschätzt werde. Und das wiegt für mich deutlich schwerer als alles andere.


    Aber ja, das hat natürlich auch mit dem Musikstil zu tun und keiner verlangt ernsthaft von Portnoy: "Spiel mal weniger!" ^^


    Und am Ende soll es auch eher ein kleiner Denkanstoss sein - mir hat es immer sehr geholfen, mal rechts und links des Weges zu schauen.

    Andere Musik, anderes Setup usw...

    Guten Morgen zusammen,


    ich stelle immer wieder fest, dass gerade junge/jüngere Drummer sich auf eine/n Drummer/in einschießen und diese Person dann als "The one and only" ansehen.

    So weit, so gut...


    Ich hatte diese Phase in den 80ern mit Anfang 20, als ich Queensrÿche entdeckt habe.

    Als die "Operation:Mindcrime" dann herauskam, habe ich das Album im Proberaum hoch- und runtergespielt.

    Dafür besorgte ich mir eine zweite Bassdrum sowie ein zweites China und baute mein Set möglichst ähnlich auf.


    Die Fills, Chops und was da sonst so war, sollten natürlich dann auch möglichst schnell in die eigenen Songs eingebaut werden.

    Irgendwann dachte ich dann: "Was würde Scott Rockenfield jetzt an dieser Stelle spielen?".

    Und da habe ich mich gefragt, ob das der richtige Weg sei.


    Zum Einen haben wir damals gar keine ähnliche Musik gemacht und ich fühlte mich irgendwie hinter dieser Ballerburg auch gar nicht so wohl, wie ich dachte.

    Zum Anderen habe ich mich dann auch verstärkt mit anderen Drummern beschäftigt und Interviews gelesen (ja, damals gab es keine Shorts und Reels und so einen zeitraubenden Quatsch).


    Und so habe ich durch Jeff Porcaro, Phil Rudd und natürlich John Bonham einen ganz anderen Blick auf die Sache bekommen.

    Gerade durch Jeff, der immer genau das Richtige für den jeweiligen Song gespielt hat - sei es einen "simplen" Beat wie "Africa" oder eben das legendäre "Rosanna".

    Musikalisch eben, für den Song, als ein Teil der Band - und egal ob Heavy Hitter oder eher filigran, die Überzeugung macht es dann.


    Und das vermisse ich heutzutage bei vielen jüngeren Drummern.

    Genau das gleiche Equipment kaufen und das Set so aufbauen wie XY, dazu noch die Signature-Sticks spielen, weil das ja einfach die besten sind.

    Ja, für XY, aber auch für Dich oder mich?!

    Und btw: Muss ich als allererstes trainieren, wie ich mit den Sticks dann zirkusreif jonglieren kann?!


    Dabei verkümmert aus meiner Sicht zu oft die musikalische Empathie - eben das Gefühl, was braucht jetzt dieser Song.

    Und wie bekomme ich das Gefühl transportiert?

    Und nicht, wie hätte es XY gespielt und kann ich noch was aus dem antrainierten XY-Werkzeugkasten rausholen?


    Versteht mich nicht falsch, jeder muss seinen Weg suchen und gehen, aber wer braucht denn den 30. Chad Smith, Travis Barker, Joey Jordison, Ray Luzier, Cozy Powell, Tommy Lee u.v.m.?!

    Ja, ok, wenn Ihr in einer Chili Peppers, blink182, Slipknot, Korn, Rainbow oder Mötley Crüe-Coverband Eure Bestimmung seht.


    Aber wenn daraus ein - sowie ich es nenne - "musikalisch ungesunder" Personenkult entsteht, dann ist das nicht meine Vorstellung von Musik und dem Gefühl, was dahintersteckt.

    Just my 2 cents - wie seht Ihr das?

    Das passiert ja gerne, wenn jeder nur auf sich fokussiert ist und die anderen nicht wirklich beachtet.

    Hängt manchmal auch damit zusammen, dass man sich nicht vorbereitet hat oder in seinen Parts einfach unsicher ist.

    Denn wenn ich sicher bin, habe ich auch die Möglichkeit, die Welt um mich herum wahrzunehmen.

    Ein Metronom für alle ist in dieser Konstellation nicht sinnvoll, denke ich.


    Eine Rolling Stones-Band (habe ich auch) ist ja eigentlich ein dankbares Territorium, da sie selbst live ganz schön herumgeeiert haben.

    Ich mochte mir nie Live-Aufnahmen gerne anhören.


    Wichtig ist es, dass alle miteinander spielen und nicht nur für sich.

    Wie oft sieht man junge (oder auch alte) Bands, wo jeder an seinem Platz steht und nur sich, seine Trommeln, sein Griffbrett u.ä. betrachtet.

    Guten Morgen,


    hier mal wieder etwas Neues vom Cover-Projekt mit Joe Gassmann (https://www.youtube.com/@GassmannProjekt:(


    Queensrÿche - I don´t believe in love

    I don´t believe in love - Queensryche (Cover)
    I Don’t Believe in Love - Queenyrche (Cover)Welcome to our special release – a cover version of "I Don’t Believe in Love" by Queensryche, brought to you by t...
    www.youtube.com


    Dies war vor drei Jahren der erste Song, bei dem ich dabei war.

    Dieses Mal mit anderem Sänger, der auch schon bei "Eyes of a stranger" geglänzt hat, sowie besserem Sound.


    Voraussichtlich wird dies auch nicht der letzte Song dieser genialen Scheibe bleiben.

    man munkelt ja auch, dass der beginn von start me up von den stones auf einem "verzähler" von charlie watts beruht. zumindest hab ich das mal irgendwo so aufgeschnappt. auch wenn gerade dieser beginn quasi schon ikonisch geworden ist, es fühlt sich jedenfalls anfangs sehr ungewohnt und wider die natur an :D

    Entweder das und/oder da waren Drogen im Spiel.
    Ich kann mir gut vorstellen, wie sie sich am Tag danach alle schlappgelacht haben - und dann entschieden haben, es genau so zu lassen.


    Funfact: In meiner Rolling Stones-Coverband spiele ich das genau so - weil es einfach so gehört. Anschließend werde ich auch schon mal gefragt, ob ich mich da tatsächlich verspielt habe :D


    Zu Jeff Porcaro kenne ich die Geschichte, dass er sich am Anfang von "Stop loving you" (The Seventh One) nicht mehr an den richtigen Groove erinnern konnte und deshalb einen Moment brauchte, um da reinzukommen. Und selbst das ist großartig!

    Macht Euch gar nicht zu viele Gedanken über das, was da rein soll.

    Spielt doch erstmal nach eigenem Gefühl, hört es Euch an, reflektiert und dann kommt schon vieles von alleine.


    Etwas weniger, aber das gut gespielt, ist mehr wert als viel, aber das irgendwie dahingefrickelt.

    Just my 2 cents ;)


    Ansonsten tolle Idee - ich versuche mich sicherlich auch daran!

    Er ist wohl auch nie davon weg gekommen, also gehe ich auch mal davon aus.


    Ich weiß noch (bin ja älteres Semester ;) ), wie ich damals Kingdom Come mit "Living out of touch" das erste Mal gehört habe.

    Was für ein abgehangener Groove...

    Ist das zu dick aufgetragen, wenn ich sage, ich halte dich hier im DF für einen der besten Drummer, die man so zu Gesicht/Gehör bekommt? Unglaublich tight, immer musikdienlich, immer im Flow, und dabei eine Ausstrahlung wie der Drummergott persönlich, das ist der Hammer!!!

    Vielen Dank dafür, aber ja, ich glaube, das ist zu dick ^^


    Wobei es aber natürlich darauf ankommt, aus welchem Blickwinkel man dies betrachtet.


    Technisch habe ich eine Menge Defizite, weil ich es immer gehasst habe, mich mit Rudiments zu beschäftigen.

    Da blicke ich dann manchmal schon neidisch auf bestimmte Leute.


    Aber das interessiert eben die wenigsten und die Punkte, die Du nennst, sind genau die, wegen denen man gebucht wird.

    Und was es am Ende ausmacht.


    Es ist nicht nur das, was Du spielst, sondern auch wie Du es spielst.

    Und das wird leider zu oft vergessen.


    Habt ein schönes Weihnachtsfest!

    (...) auch wenn ich das Bildmaterial vor (sichtbarem) schwarzen Backdrop diesmal eher schwach finde.

    Du hast sicher Recht - am Ende war diese Version so eine Art Notlösung, weil das andere angedachte Konzept nicht so funktioniert hat, wie ich dachte.

    Aber eins muss mal gesagt werden, du bist ne echt coole Socke an den Drums. Immer auf den Punkt, nie zu viel, und eine Ausstrahlung, dass man dir das Schicksal unseres Planeten anvertrauen würde.

    Das ist ein Lob, bei dem ich tatsächlich hochgradig geschmeichelt lächeln musste.
    Eine ehemalige Arbeitskollegin hat mich übrigens mal einen "Katalysator für schlechte Laune" genannt.

    Gefällt! 8) Aber für den Vinny Appice Sound gehören die Sticks doch zwischen Zeige -und Mittelfinger, oder? :P

    War er das oder nicht eher sein Bruder Carmine?!


    @Alle anderen: Vielen Dank für Euer Lob! :love:

    Ich bin tatsächlich nicht ganz sicher, aber ein klitzekleines Ja würde ich mal abgeben.

    Jost (unser Gitarrist) hat ja ein eigenes kleines Studio und ist unglaublich akribisch mit Sounds.

    Er vergleicht auch die Aufnahmen gerne mit bekannten Produktionen und ist da immer dicht am aktuellen Geschehen.

    Glück für mich ;)

    Da spiele ich übrigens ein Pearl Masters Birch und eine Pearl Mahagony Special Edition Snare.