Sonordeutschlandfertigung:
Angeblich (Sonor Website unter History) arbeiten noch 100 Mitarbeiter in Deutschland. Von der Geisterstadt habe ich noch nichts gehört. Ich war auch schon mal in Bad Berleburg, das ist aber schon nen Weilchen her. Ich hab mir dort mal nen paar Zildjian Becken ausgesucht und da war reger Betrieb in der Firma, aber das sind vergangene Zeiten. Vielleicht war das im Sommer. Da macht Sonor immer für 4 Wochen komplett dicht, Betriebsferien, Zwangsurlaub. Ich kann es auch nicht glauben und würde mich echt verarscht fühlen. Habe doch erst kürzlich ein Designer gekauft.
Die Leiferzeit für Ersatzteile kann auch ein Einzelfall sein. Denn die produzieren doch auch in Kleinserie, d.h. dort werden nicht immer alle Hardwareteile hergestellt, sondern mal das eine, mal das andere immer auf Vorrat und natürlich arbeiten die auch mit Zulieferern zusammen. Das macht doch jeder Hersteller von Braun bis Volkswagen. Jedenfalls sind die Sonor Metallteile nach wie vor top in der Qualität, ganz im Gegensatz zu DW.
Davon ab, warum kein Sonor Einsteigerset kaufen? Die kommen doch alle aus Fernost und die Sonorteile sind auch nicht teurer, als die von Yamaha, Tama oder Pearl. Das Preiswertverhältnis stimmt da doch genauso.
DW-Qualität:
Die Sets sind sicherlich recht gut, aber den Hype kann ich nicht verstehen. Die Folien sind erbärmlich verarbeitet und aufgeklebt, der Lack hat Döllen. Die Sets klingen ganz gut, aber auch nicht so genial, das der doppelte Preis gerechtgertigt erscheint. Ayotte ist günstiger, besser verarbeitet und insgesamt durchdachter. Ich würde auf jeden Fall nicht so viel Geld für ein DW ausgeben. Handschuh oder Troyan sind besser und eher günstiger. Wenn Du Dein Geld nicht für ein sehr aufwendiges Finish verschleuderst, dann kostet ein Handschuh Pi mal Daumen 100 DM pro Zoll. Das macht bei einem 3-teiligen Set in z.B. 12/16/22 etwa 5000 DM. Bei Troyan kämst Du auf etwa 6000 DM. Wobei es bei Handschuh auch teurer wird, wenn Du ne aufwendige Lackierung oder irgendwelche Extrawürste haben willst. Zum Sound: Troyan ist eher rockig, schwer, trocken mit viel Plöng; Handschuh ist etwas leichter und hat etwas mehr Sustain und klingt insgesamt eher wie ein sehr gutes normales Set. Durch die Massivbauweise ist da kaum Leim drin und daher klingt es auch sehr holzig und am ehesten, wie ein altes 3-schichtiges. Die Typen von d&p verglichen den Handschuhsound vom Buchenholzset auch mit Gretsch Round Badge. Normal baut Handschuh aber auch eher Maple. Handschuh und Troyan können so kalkulieren, weil sie ohne Vertriebssystem arbeiten. Da fallen natürlich Margen weg.
Man steht sich meist besser, wenn man die Firmen aus dem eigenen Land kauft. Leider scheinen immer die ausländischen Firmen aufgrund des Preises und des Mythos angesagter zu sein. Ich für meinen Teil boykottiere standhaft DW. Niemals werde ich einen Cent dafür ausgeben mich mit Taiwan Schrott verarschen zu lassen. Das ist, vom Kessel abgesehen, der letzte Dreck und taugt nichtmal, wie Gretsch oder Ludwig, zum Cult. DW ist einfach ne zu moderne Firma, um kult zu sein. Alles was an DW nicht aus Holz ist kommt aus Fernost und ist selbst dort unterster Level. Schau dir die Böckchen und die Vercromung an. Das sieht so billig aus. Genauso wie ein Taiwan Anfänger Set von Basix für 800 DM. Ehrlich, das ist die gleiche Hardware. Gretsch macht wenigstens noch die Spannreifen und die Böckchen, also im Prinzip die ganze Trommel selber, Kessel von Jasper. Und ich kann bestätigen, das auch ein 1997 Gretsch klingt wie eins aus den 70er, 80er oder frühen 90ern. Mein Set ist nämlich etwas zusammengewürfelt und dab habe ich den direkten Vergleich. Kessel und Kesselhardware haben sich nicht geändert. DW ist nur eine Lackiererei und Montagefirma.
DW Preise:
Ganz einfach. In den USA sind die nicht so unverschämt teuer, darum spielt sie auch jeder. Ist dort eher was Normales. Sonor Designer kostet bei den Amis so viel wie hier DW. Daher auch die Wertschätzungen. Man darf nicht den Fehlschluss vom Preis auf die Qualität begehen. Die Preise kommen zustande, weil im Ausland immer noch ein Großhandel (Vertrieb) zwischengeschaltet wird, der sich ne fette Spanne einverleibt. In Deutschland oder als Ami kaufst Du einheimische Marken direkt vom Hersteller. Da ist dann nur noch Dein Schlagzeugladen zwischen, nicht noch nen Großhandel. Außerdem natürlich Dollarkurs und Verschiffen. Ähnlich ist es doch bei Zildjian. Die sind hier auch nur so teuer, weil sich die GEWA richig was reinzieht. Genauso Sticks. In den USA kosten Fic Virth Classic $5,40 bei uns €12. Das ist der Hammer. Wir sollten alle ne Großbestellung bei nem US Musikladen machen und die Sticks billig kaufen.
Jazz:
Wenn Du echt DEN Jazzsound suchst, ist es ganz einfach. Kostet zwar einmal etwas Geld, damit bist Du aber für dein Leben durch: Gretsch Custom in 18x14, 12x8, 14x14, 14x6,5 oder 5,5, dazu zwei warme, leichte Ride Becken (18/20 oder 19/21 oder 20/22) und eine leichte 14er Hihat von Zildjian oder Istanbul. Fertig, keine weitere Diskussion. Alles andere ist es nicht.