Die Phasendrehung beim Snaremikro war ein guter Tipp! Aber auch sonst sehr viele schöne Details!
Dass man mit der Phasendrehung was erreichen kann, ist klar, aber es ist eine sehr ungenaue Methode, da geht nämlich noch mehr. Man hat zwar wegen der Laufzeitdifferenz zwischen den Signalen ein Phasenproblem, ABER die Phasendifferenz beträgt in der Regel nicht genau die 180 Grad, die man aber mit der Drehung auf die Snarespur bringt.
Meine Empfehlung ist eher, zuerst die Laufzeitdifferenz zwischen den Overhead-Spuren und der Snarespur auszugleichen. Dafür muss man nur die Snarespur um etwa 3 ms nach vorne ziehen. Wenn man weit genug aufzoomt, kann man auch erkennen, ob der Anschlag dann in Phase oder gegenphasig ist. Wenn sie gleichphasig liegen, ist man hier schon fertig. Sollte er gegenphasig sein, ist die Phasendrehung natürlich der Weg.
Die Alternative wäre, die Schlagzeugspuren zu alignen (wobei man da u.U. auch noch Phasendreher braucht).
Meine Rede.
Finde aber sehr cool, dass Simon das nicht macht. Das zeigt einfach, dass es nicht unbedingt nötig ist und auch anders geht.
Anders heißt in dem Fall, dass er zwar die korrekte Diagnose stellt, aber bei der Behandlung unscharf vorgeht. Aus meiner Sicht ist das ohne Not am Optimum vorbei. Ich verstehe, dass er aus der Zeit der analogen Musikproduktion kommt, wo man den Laufzeitausgleich nicht machen konnte und die Phasendrehung schon das Ende der Möglichkeiten darstellte. Aber die Welt hat sich weiterentwickelt.