Beiträge von Rampen

    Das TD11KV habe ich auch genau für diesen Zweck zuhause und ich kann es empfehlen. Ich habe es so aufgestellt, dass die Abstände zwischen den Trommeln halbwegs meinem akustischen Set im Proberaum entsprechen. Dann ist das zum Einüben von Bewegungsabläufen und zum gelegentlichen Abrocken zuhause im Keller gut geeignet. Die Sounds sind wie bei allen E-Sets grausig, aber für den Zweck reicht es und wenn ich es zum Aufnehmen/Komponieren nutze nehme ich halt BFD3. Wenn Du keinen Zugang zu einem akustischen Set hast sollte Dir aber klar sein, dass Üben auf einem E-Set alleine nicht reicht um in der Lage zu sein, einem akustischen Set einen brauchbaren/guten Klang zu entlocken.

    Für den Blindtest den wir damals gemacht haben haben wir extra Aufnahmen gemacht um sicherzustellen dass auch viel Energie jenseits von 20kHz im Signal ist (unter anderem gehärtete Metallringe die wir angeschlagen haben). Das haben wir mit Spektralanalysen überprüft. Dann haben wir diese Aufnahmen auf 48kHz heruntergesampelt. Was wir dabei festgestellt haben ist, dass (zumindest damals) so mancher "professionelle" Resampler ganz grausig klingt, beispielsweise der (damals) in SoundForge eingebaute. Am Ende haben wir mit der AFsp-Suite resampelt, da diese qualitativ über jeden Zweifel erhaben ist. Ich meine sogar, dass wir nur gefiltert haben und auch das 48kHz-Signal auf 96kHz Abtastrate gelassen haben um auch Unterschiede des D/A-Wandlers auszuschließen. Und um ganz sicher zugehen, haben wir wiederum das Monitorsignal aufgenommen und analysiert um zu prüfen, dass die hohen Frequenzen auch wirklich wiedergegeben werden (wobei wir festgestellt haben, dass der PC-Bildschirm im Hörlabor bei 24kHz furchtbaren Lärm erzeugte, daher haben wir den für die Tests dann ausgeschaltet).

    Der Unterschied zwischen original CD, einer 96kHz CD und den lossy Kopien davon ist wirklich sehr deutlich zu hören, da ist auch der Blindtest egal,
    man kann es nicht überhören. Wir haben den Test bei einem befreundeten audiophilen Musiklehrer gemacht, über eine Anlage die nichts verzeiht.
    Ich habe hier nur die Abhören im Studio, aber selbst hier ist es zu hören.


    Ich kann Dir nur nahelegen, das in einem Blindtest nachzuvollziehen. Wenn das alles so eindeutig ist, spricht ja gar nichts dagegen und m_tree ist ja auch kein Zacken aus der Krone gebrochen. Den Test mit 96kHz vs 48kHz habe ich selber schon blind gemacht. Das Ergebnis war, dass ich offensichtlich nicht den leisesten Unterschied höre (bei Verwendung eines hochwertigen Resamplers). Meine Kollegen auch nicht. Ich will hier gar keine Lanze für Audiokompression brechen, sondern dafür dass man sich nicht selber bescheisst und nicht alles glaubt, was einem andere erzählen.

    Ich weiß nicht worüber du Musik hörst, aber auf einer guten Stereoanlage oder guten Abhörmonitoren in einem einigermaßen tauglichen Raum
    braucht es keinen Blindtest um den Unterschied zu hören.


    Das ist leider die Fehleinschätzung vieler. Um den psychologischen Faktor auszuschalten ist ein Blindtest praktisch *immer* notwendig. Ich habe einen Teil meines Lebens mir dem Tunen von Audioencodern verbracht und ich bin selber zu oft reingefallen um das nicht verinnerlicht zu haben. Man denkt, diese Änderung am Tuning ist doch total offensichtlich eine unglaubliche Verbesserung, die check ich gleich mal ein. Dann vielleicht doch sicherheitshalber mal kurz im Schalllabor im Blindtest gegenchecken und: 8| , kein qualitativer Unterschied wahrnehmbar :cursing: .

    12 von 16 hab ich richtig getippt.


    Ach so, ja das ist dann auch schon eher das was ich erwarten würde. 8 von 16 hätte man durch Raten erreichen können, Du kennst Deinen Mix gut und hörst daher bei 4 mehr einen Unterschied. Ich war nur durch den Ausdruck "anekeln" dazu verleitet worden dass Du den Unterschied wirklich sehr groß und äußerst offensichtlich für jedermann einschätzt.


    Beim Unterschied zwischen 24 und 16 Bit-Input bin ich noch nicht ganz bei Dir. Zu bedenken ist, dass in mp3-Encodern viele binäre Entscheidungen getroffen werden, z.B. ob ein Signalschnipsel gerade transient ist oder eher tonal. Abhängig davon werden verschiedene Tools verwendet, die sich dann auf alle folgenden Entscheidungen uim Codierverlauf auswirken. Es mag also passieren, dass beim 24-Bit-File gerade noch auf transient entschieden wird, daher braucht dieser Frame ein paar mehr Bits, daher muss beim folgenden Frame wieder etwas eingespart werden, das macht dann die Differenzcodierung in den 10 darauffolgenden Frames wiederum ineffizienter, was sich wiederum auf Entscheidungen im Verlauf des restilchen Stückes auswirkt etc. Dadurch können große Unterschiede in der Codierung auftreten, die aber nur einen minimalen Einfluss auf die Klangqualität haben. Ich halte es für unmöglich, dass das Signal in den untersten 8 Bits sich signifikant auf die Qualität der Encodierung auswirkt, denn wie Du schon sagst, bei mp3 wird mit den Signalveränderungen nicht gekleckert sondern geklotzt. Wenn es einen signifikanten Klangunterschied gibt, kann der m.E. nicht mit dem generellen Verhalten des mp3-Encoders zusammenhängen. Vielleicht gibts einen Bug, oder LAME verwendet aus irgendwelchen Gründen verschiedene Tunings für 16 und 24 Bit-Input (was aber meiner Meinung nach aus klangtechnischer Sicht keinen Sinn macht).

    Die beiden von 24bit und 16bit encodierten MP3 Files sind jeweils identisch. Aber lasse ich von 24 und 16bit codierte MP3s mit umgepolter Phase gleichzeitig laufen, kommt eine Differenz heraus, deren RMS Pegel ca. 30dB unter dem Pegel des Audio Signals liegt und die deutlich im oberen Mittenbereich (dort ist das menschliche Gehör am empfindlichsten) dominiert. Der Unterschied ist riesig und das zweifache Encodieren in MP3 bestätigt das. Die von 24bit encodierten MP3s klingen sauberer bzw. subjektiv besser.


    Das verstehe ich glaube ich nicht richtig: was heißt die beiden MP3 Files sind identisch? Also so richtig gleich? Wie soll da beim Decodieren was anderes rauskommen? Oder habe ich das falsch verstanden?


    Zum zweiten Experiment ist zu sagen, dass die Funktionsweise eines verlustbehafteten Audiocodecs ja ist, Frequenzanteile zu entfernen, die durch andere Frequenzanteile verdeckt werden. Von nix kommt ja nix, irgendwie muss die Bitrate ja eingespart werden. Aber wenn Du durch Differenzbildung zum Original nur eben diese idealerweise vom Rest verdeckten Anteile alleine für sich anhörst, sagt das ja eigentlich gar nichts aus außer dass der Codec seine Arbeit getan hat. Denn ohne die verdeckenden Anteile kann ja auch nichts verdeckt werden.


    Und zum Thema "ekelt mich sogar fast schon an": ich gehe davon aus, dass Du den Vergleich blind gemacht hast, oder? Denn kein Sinnesorgan ist stärker vom Unterbewusstsein beeinflusst als das Hören (wie Du als Semiprofi ja sicher weißt). Eine ganze Industrie (die High-End-Audioindustrie mit z.B. den armdicken Reinsilberkabeln) lebt genau von diesem Effekt, denn man hört was man hören will. Damit will ich nicht sagen, dass ein 320kbps MP3 sich perfekt anhört (ich kenne die Schwächen des Formats), aber im Allgemeinen sollte der Unterschied schon sehr subtil sein und im Blindtest abgesehen von eher speziellen Signalen ziemlich schwierig zu erkennen sein. Ach so, nicht zuletzt hängt das natürlich auch von der Qualität des MP3-Encoders ab. Mit dem itunes-Encoder macht man im Allgemeinen nichts falsch, ich vermute der in Logic wird der selbe sein. Es gibt aber auch ein paar Gurken.

    Ich höre sogar Unterschiede von von 16 oder 24bit encodierten MP3s.


    Hmja, sicher dass Du nicht eher den Unterschied zwischen der 16 und der 24 Bit Version generell hörst, weil vielleicht der verwendete Ditherer nicht so toll ist? Denn mp3 arbeitet mit Fließkommawerten im Frequenzbereich, dafür ist es praktisch vollkommen wurscht, ob das Original in 16 oder 24 Bit vorliegt.

    Die Superduperwandler im Masteringstudio machen nach dem analogen Mastering ja eine Analog zu Digital Wandlung. Die Abspielgeräte dann wiederrum eine Digital zu Analog Wandlung.


    In dem Fall meinte ich letztere, über die der Masteringingenieur ja abhört. Die sind im Studio dann sicher auch superduper :) .

    Was denkt ihr, wie so eine Verzerrung zustande kommt?


    Ein Effekt der mit Sicherheit beiträgt sind die aufs letzte ausgereizten Lautmach-Tools. Die erzeugen nämlich sogenanntes Intersample-Clipping, das bedeutet dass obwohl die digitalen Zahlenwerte das mögliche Maximum nicht überschreiten beim Abspielen bei der D/A-Wandlung Überschwinger enstehen, die gerne auch mal mehr als 6dB lauter als das digitale Maximum sind. Das ist schon mal generell ein Problem, weil es vom Headroom des D/A-Wandlers abhängt, wie gut das dann noch klingt. Der Superduperwandler im Masteringstudio macht das sicher völlig lässig mit, aber so mancher günstige Wandler hat halt nicht so viel Headroom und wird dann verzerren.


    Es gibt aber ein weiteres Problem und das ist dass das mit den Intersample-Clipping auseinanderfällt sobald man am Signal irgendetwas verändert, z.B. einen Tiefpassfilter der womöglich auch noch an der Phase dreht einsetzt. Dann enden nämlich die Samples die vorher noch schön auf digitalem Maximum sind plötzlich auf einem höheren Wert. Und da das natürlich nicht geht, werden sie abgeschnitten, was wunderschönes digitales Clipping erzeugt. Und solche Filter sind (Überraschung!) Teil eines jeden verlusftbehafteten Audiocodecs. Man beachte die Ironie: ein Tiefpassfilter entfernt ja sogar Energie aus dem Signal, dennoch wird aber die maximale digitale Amplitude erhöht.


    Jetzt könnte man sich auf den Standpunkt stellen, Pech für die Streamingdienste, sollen die sich halt drum kümmern dass genügend Headroom im Signal eingefügt wird bevor codiert wird. Aber m.E. ist das falsch. Aufgabe des Masteringingenieurs ist, dass sich die Musik auf allen gängigen Wiedergabegeräten gut anhört. Und wenn der überwiegende Teil der Hörer Musik streamt, hat er in diesem Fall einen schlechten Job gemacht. Abgesehen davon, dass das Geschrei sicher groß wäre, wenn Streamingdienste mir der Rasenmähermethode alle Songs die Clippingprobleme haben leiser machen. Denn damit werden die tollen Lautmach-Tools, die das Clipping überhaupt verursachen wiederum ad absurdum geführt...


    tl;dr: Die Verzerrung kommt m.E. durch handwerkliche Fehler des Masteringingenieurs zustande. Und wie m_tree schon sagt: der Loudnesswar ist over!!!

    Aus Unwissenheit, degenerierten Hörgewohnheiten oder einfach aus Bequemlichkeit.


    Der Hauptgrund ist wohl die Kompatibilität, denn mp3 kann halt so ziemlich jedes Gerät abspielen. Und Streaming ist auch über mobile Verbindungen heutzutage gang und gäbe, wo Datenrate durchaus eine Rolle spielt. Bevor aber man in Verzeiflung über die grausige Qualität ausbricht empfehle ich jedoch mal unvoreingenommen einen Vergleich zwischen CD und 256kbps mp3 in einem Blindtest zu machen. Ich prophezeie dass so manchem überhaupt kein Qualitätsverlust auffallen wird. Das schließt mich praktisch ein, denn obwohl ich durch meinen Beruf sehr viel Erfahrung im Hören von Codingartefakten habe, ist mir das was ich da höre auf den Abhörmöglichkeiten die mir zur Verfügung stehen nämlich schlicht und einfach "gut genug". Am Ende geht es doch um die Musik, gelle? Und wieweit sind wir denn bitte seit Walkman und einfachem Plattenspieler in der Klangqualität gekommen?

    Stimmt, der Fill bei 10:57 ist besonders übel... Falls es irgendjemand interessiert: ist die Kaufversion von Amazon Prime, also 256kbps MP3. Ist mir auch unbegreiflich, wie so etwas die Mastering-Endkontrolle passieren kann. Falls es an der Codierung liegt: es sollte heute doch Standard sein, dass man sich auch die codierten Versionen der wichigsten Streaminganbieter anhört.

    Die erste Version von 1970 hat Udo Lindenberg getrommelt und 1978 hat Klaus Doldinger das Ding neu eingespielt und da saß dann Willy Ketzer am Schlagzeug.


    Was lernt man daraus: Willy ist ein besserer Drummer als Udo (aber der kann dafür ja auch noch viele andere Dinge) und die Einführung des Synthesizers hat die Musik um Jahrzehnte zurückgeworfen...

    Die gesammelte Erfahrung meiner Mitmusiker (ich selber bin in der komfortablen Situation von einem Kumpel gefragt worden zu sein ob ich nicht einsteigen will und seit dem mit leicht wechselnder Besetzung in immer der selben Band) ist auch: man muss sich vieles anschauen bis man etwas findet das passt. Nach 5 angeschauten Bands schon etwas gefunden zu haben ist eher ein Glücksfall...