Hallo!
Ich vermute mal, daß das, was Du da beschreibst, bis zu einem gewissen Maße "normal" ist und die meisten hier kennen. Nicht umsonst kennt ja jeder den Begriff "Lampenfieber" ...
Die Frage ist nur, wie stark das ausgeprägt ist und welche Folgen das hat.
In Deinem Fall scheint es ja nicht so zu sein, daß Du mit dem, was Du spielst, überforert wärest - im Proberaum klappt's ja. Daher ist es wohl eher ein Kopf- als ein technisches Problem.
Du schreibst auch, daß Du noch nicht allzu vielle Auftritte hattest. Da mag einer der Gründe liegen: Bei meinen ersten 10 Gigs war ich vermutlich auch deutlich aufgeregter als beim ca. 200. Zum einen ist es also einfach eine Frage der Erfahrung, vermute ich.
Trotzdem gibt es auch heute noch Gelegenheiten, bei denen ich aufegregt bin, Erinnere mich noch gut an einen Aushilfsjob bei einer fremden Band: 1 Stunde Probe vorher, keine Bänder zum Vorbereiten, dann gespielt vor relativ großem Publikum auf fremden Schlagzeug - und alles ging schief, für mein Empfinden, hatte sogar einen Krampf im rechten Arm (hatte ich vorher noch nie!). Und dennoch ist das Ding irgendwie über die Bühne gegangen, und hinterher meinten die Mitmusiker, es sei doch gut gewesen.
Und das ist dann wohl die zweite Frage: Merkst nur Du das oder auch die anderen? Dann ist die Antwort auch eher in Deinem Kopf zu finden. In meinem Fall war es ja letztlich doch okay, nur hatte ich ein schlechtes Gefühl dabei wegen der widrigen Umstände ...
Bis zu einem gewissen Maße finde ich sogar gut, wenn man vor dem Spielen aufgeregt ist - das kann ja einen Kick geben, so daß es sogar so ist, daß Du besser spielt, als Du es Dir eigentlich zugetraut hättest!
Versuche Dir zu vergegenwärtigen:
- Fehler gehören dazu! Laß Dich davon nicht aus der Bahn werfen. Du weißt ja, was Du kannst!
- Versuche niemanden zu beeindrucken (auch nicht die berüchtigten Musiker im Publikum! ;-): Mach Dein Ding, spiel das, was Du kannst, überfordere Dich nicht mit Erwartungen an Dich!
- Mach Dich vorher ein bißchen warm: Bißchen Rudiments üben und so zum Auflockern.
- Du solltest Dir vergegenwärtigen: Dir will niemand was böses- Dir wird niemand den Kopf abreißen, wenn Du mal einen Fehler machst.
- Es geht nicht um Dich als Schlagzeuger - es geht um Euch als Band, Eure Musik im gesamten. Und die kann auch mit "Fehlern" immer noch das transportieren, was Ihr ausdrücken wollt. Dafür brauch man keine abgefahrenen Licks.
- Ich kenne einige Musiker, die Yoga oder andere Entspannungs-Übungen machen. Wenn Deine Nervosität Überhand nimmt, solltest Du Dich vielleicht mal mit so was beschäftigen.
Grüße
Carsten