Ich spiele ja in einer mittlerweile recht gut eingespielten Hobbykapelle. Wenn ich ein Stück lerne, konzentriere ich mich auf den Ablauf und die einzelnen Passagen. Wenn alles sitzt spiele ich das ganze Ding auswendig zum Click, immer wieder, da merke ich dann auch, wo ich tendenziell schneller werden könnte. Wenn das sitzt kann ich das auch mit sehr geringen Temposchwankungen mit der Band spielen. Bei uns gebe ich die Orientierung, da sind wir uns auch einig. Wir haben Aufnahmen Spur für Spur gemacht, die hab ich teils mit Click gespielt, teils ohne. Da habe ich mich sehr aufs Tempo konzentriert, Schwankungen waren maximal 4 bpm. Live spielen wir ohne Click, wir haben ein paar Songs, wo ich für bestimmte Passagen bewusst das Tempo anziehe, Beispiel Rearviewmirror von Pearl Jam im Soloteil. Wir schneiden öfters mit, da reden wir dann von 10 bpm ungefähr. Da wir jede Woche mit voller Kapelle proben, hat sich das ganz gut eingespielt. Bei Plush von den Stone Temple Pilots muss das Tempo gleich bleiben, sonst klingt es nicht wie es soll.
Alleine üben ohne Click mache ich selten, weil gerade bei Fills oder Übergängen das Tempo passen muss. Und das will ich nicht meinen, sondern wissen. Ich habe das Glück, dass ich ein ziemlich gutes Tempogefühl habe. Aber müsste ich andere Musik spielen als unseren Grunge-Kram, da könnte ich mir durchgehend Klick vorstellen. Da gibt es keine einzige Wahrheit. Und für das Zusammenspiel hilft das Aufnehmen. Da hört man es dann, oder man sieht wie man neben dem Metrum von der Software ist. Und auf einen in der Kapelle sollte man sich verlassen können. Sonst hilft nur alle mit Click.