"Professionell" definiert im Sinne von: Der Lebensunterhalt wird durch Musikmachen bestritten:
Hier kenne ich einen einzigen langjährigen Bandkollegen und sehr guten Freund, der ein Exklusiv-Engagement vertraglich geregelt hat. Damit einher geht eine entsprechend hohe Auftrittsdichte und eine Verdienstmöglichkeit deutlich oberhalb der Armutsgrenze, inklusive Altersvorsorge.
Alle anderen mir persönlich bekannten "professionell" arbeitenden Musiker(innen) tanzen auf jeder Hochzeit mit, welche Einnahmen generiert. Ganz einfach weil Applaus zwar das Brot des Künstlers ist, aber keine Mieten bezahlt oder Kühlschränke füllt. Ergänzend dazu Schüler/Unterricht.
Ich bin Hobby-Trommler. Ich lebe nicht "von" der Musik, aber gerne "dafür". Ab und zu bekomme ich bezahlte Engagements - die nehme ich sehr gerne an, egal ob es "meinen" musikalischen Geschmack trifft oder nicht. Bislang waren diese Gigs immer wie Klassenfahrten für Erwachsene, mit viel Spaß und Herz.
Ich würde mich auf eine "Band", oder "Projekt" nur dann festnageln wollen, wenn entsprechender Aufwand betrieben wird = musikalisch/stilistisch (und zwischenmenschlich!!!) nahezu ideal, häufiges Proben und eine Auftrittsdichte, welche den Terminkalender schon ausreichend, aber stressfrei füllt. In dem Fall auch weniger wichtig, ob es Einnahmen generiert, oder man sich ideell identifiziert und Quality-Freizeit mit tollen Menschen und Musikern verschafft.
Ansonsten bin ich unter Umständen gerne in mehreren "Projekten" aktiv. Es fördert/fordert den musikalischen Horizont. Das ist auch dem schlichten Umstand des fortschreitendem Alters geschuldet, wo die Freizeitgestaltung durch Job, Familie oder anderen Dingen zeitlich eingeschränkter ist und mehr Vorausplanung erfordert. Genau so handhaben das auch meine Freizeit-Musiker-Kollegen/Freunde. So kommt jeder auf seine persönliche "Auslastung", ist aber völlig frei von Konkurrenzdenken.