Beiträge von martinelli

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    Original von chesterhead
    Mach nicht den Fehler der oft gemacht wird und zwäng einem alten Set einen modernen Bassdrumsound auf. Ein Superkick 1 ist ein sehr modernes Fell, vorgedämpft und darauf ausgelegt einen fetten Sound zu erreichen, dafür sind die ollen Ludwigs nicht konzipiert.


    Die Vordämpfung dürfte so ähnlich sein wie die wenn früher jemand eine kleine Decke in die Bassdrum gelegt hat. (Es gab schlimmeres: Ich kenne Leute, die haben ihre Ludwig-Basstrommeln ausgestopft wie eine gefüllte Weihnachtsgans.)


    "Altes Set" vs. "moderner Sound" sehe ich nicht so schlimm. Der "Fehler" ist nur dann ein Fehler, wenn das Set nachher nicht so klingt wie man es gerne hätte. Es meckert ja auch niemand, wenn man auf eine neue Sonor Delite Bassdrum 22x14 gedämpfte Felle aufzieht; von Maß, Holz und Bauweise nix anderes als so ein Klassiker.


    Meine Meinung zur Frage des OP: Ich würde dem Teil vorne und hinten je ein weiß-beschichtetes Ambassador verpassen und den Obertönen nur durch Stimmen Einhalt zu bieten. Kostet Zeit, macht aber Spaß.


    Übrigens: Selbst mittelprächtige Soundleute sehen oft ein Problem in der geschlossenen Bassdrum, weil sie das Mikro dann nicht dahin kriegen, wo es hinsoll. Mein Kompromis war irgendwann ein sehr kleines Loch weitmöglichst von der Fellmitte entfernt.


    M.

    Schade, dass ich die Frage übersehen hatte.


    Das Hip-Gig Al Foster habe ich mittlerweile bei einigen Proben und Konzerten gespielt. Es ist nur transportlogistisch die Erfüllung eines Traums, sondern der Sound alleine rechtfertigt den Kauf schon. Interessanterweise klingt die Kiste auch als Rock-Set hervorragend. Man braucht sie nur einigermaßen tief (bzw. die Bassdrum so tief wie möglich) zu stimmen.


    Zum Transport hätte ich a.A. noch Tips zu geben, aber vielleicht interessiert dieer Thread ja niemanden mehr. :)


    M.

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    Original von furio
    Was machen die 2 Lagen klanglich?


    Die zweite Lage könnte man auch als einen riesigen Dämpfungsring interpretieren. Sie nimmt Obertöne weg. Wer nun glaubt, eine doppellagiges Fell macht den Ton der Bassdrum tiefer, liegt aber falsch. Sie wird mittiger. Also ich mag es nicht, aber wie gesagt: Muss jeder selber entscheiden; ich zeige noch nicht mal Leute bei der ÖDP (*) an, die Pinstripes auf die Snare ziehen. Wenn's ihnen doch Spaß macht ...


    (*) Öffentliche Drum-Polizei


    M.

    Als ich mein Yamaha Maple Custom gekauft hatte, hat mich die Bassdrum-Rosette schon geärgert. Vor allem war das Teil nicht gerade billig; noch teuerer als das Maple Custom Absolute (MCA).


    Ich finde das MCA schon ein tolles Set, aber auch nicht gerade das Originellste. Man kann natürlich darüber steiten, ob ein Set originell sein soll. :)
    Jedenfalls habe ich es verkauft.


    Jetzt spiele ich ein SQ2 in Birke medium. Vintage-Kessel halte ich für eine gute Alternative (Gründe in der Drum Tuning Bible).


    Finish ist ein guter Punkt. Man kann sich da schon verlaufen. Im Zweifel eine einfarbige Lackierung; da sieht man sich wenigstens nicht so schnell satt dran. Obwohl: Sonor bietet einige nette Furniere an.


    Ich weiß nicht, wo ich das zwischen Deinen Zeilen gelesen haben will, aber eigentlich willst Du ein Sonor Delite.


    M.

    Also ich spiele das Sonor SQ2 in Birke mit den schon relativ dünnen "medium" Birken-Kesseln. Die Bassdrum 24x18 ist der absolute Hit. Würde ich nie mehr hergeben: Tiefer Ton und tolle Resonanz.


    Im übrigen habe ich jemanden gesprochen, der bei Sonor zur SQ2-Präsentation eingeladen war und dort Vergleichstests machen konnte: Birke und Ahorn liegen schon sehr nahe beieinander.


    Warum willst Du eigentlich eine Ahorn-Bassdrum und warum soll sie auch noch einen dicken Kessel haben?


    M.

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    Original von opa munster
    ...ich fands auch interessant, dass man da wirklich einfach auch anders spielt. Das war auch ein Grund für mich.


    Für mich auch. Als ich vor ein paar Jahren umstieg wusste ich gar nicht, dass der Traditional Grip (TG) neben den alten Meistern auch neue Anwender hatte.


    "Traditional" (blöder Name - am Anfang war doch der Matched Grip (MG)) macht jedenfalls auch am Set ergonomische Pluspunkte. Das hat damit zu tun, dass das Set auch nicht symmetrisch ist. Z.B erreicht man am 4-Piece-Set alles ohne die Arme wirklich wegzubewegen. Und führ mich ist da ein Wohlfühlfaktor, der süchtig macht.


    Aber -- (und jetzt zu der Frage des OP): Der Double-Stroke-Roll ist in der Tat eine Herausforderung, weil man die Lage unterschätzt. Genau wie man beim MG die Fingerkontrolle erst mal lernen musste, muss man beim TG auch eine Fingertechnik lernen. Steve Smith oder Lehrer vor Ort helfen, aber nur wenn man dann auch viel übt. TG lernt sich allerdings schneller, wenn man man MG bereits kann.


    Übrigens: TG und MG schließen sich nicht aus! Oft wird der Eindruck erweckt, dass man sich auf MG oder TG festlegen muss. Unfug! Man kann das wie 2 verschiedene Sportarten betrachten: Vom Radfahren verlernt man das Schwimmen nicht etwa, sondern wird sogar besser davon (z.B. Beinmuskulatur). Man wird also in beiden Stockhaltungen besser, wenn man eine übt. Der schwächeren (z.B. linken) Hand bekommt es sehr gut, wenn sie mehr Abwechslung kriegt. Die rechte Hand hat bei den meisten Spielweisen da ohnehin schon einen Vorteil, weil die meisten auf dem Ride zwischen French, German, Moeller, etc. wechseln. Da kann man der Linken ruhig auch mal den TG zumuten.


    M.

    Meines Wissen ("Drum Tuning Bible" u.a. Quellen) und meiner Erfahrung nach ist das so (wie einige schon geschrieben haben):


    - Es klingt an des Trommlers Ohr immer ganz anders als beim Zuhörer.
    - Draußen muss der Sound weit getragen werden.
    - Das Schlagfell macht den Anschlag, das Reso-Fell den Ton.
    - Die Obertöne, und zwar besonders die vom Reso-Fell, tragen den Ton zum Zuhörer.
    - Der Zuhörer hört sehr viel vom Reso, der Trommler viel vom Schlagfell.
    - Doppellagige Felle sind innen und bei Mikrofonabnahme oft klasse, aber draußen eine Katastrophe (Pappkartons sind da billiger).
    - Der Einfluss der Trommel selbst, also des Holzes, ist nicht so groß wie manche hier glauben machen wollen.


    Daher mein Rat:


    1. Ruhig einlagige, unbeschichtete Felle mittlerer (oder gar dünner) Stärke.
    2. Ruhig offen und mit viel Ton stimmen.
    3. Jemand anderen trommeln lassen und sich das mal aus 10-20 Meter Entfernung anhören. Da ist nicht mehr viel von dem "Piuuuu" zu hören.


    M.

    So unbeliebt die Tatsache auch sein mag: Wir Schlagzeuger spielen auf dem Schlagzeug keine richtigen Töne. Wir machen Geräusche. Töne machen wir höchstens auf der Pauke (so sie denn gut gestimmt ist) oder auf Glockenspiel, Vibraphon, Xylophon, etc. Aber Trommeln machen einfach nur Bums-Geräusch - wenn auch besonders schöne (meistens wenigstens).


    Wäre das anders, dann müssten wir die Trommeln während eines Konzertes mehrfach umstimmen. Bassdrum/Toms in C-F-Bb-D klängen über Akkorden wie F-Dur, Bb-Dur oder d-Moll ganz passabel, aber stell Dir mal vor das nächste Stück ist in H-Dur!


    Guttseidank sind die Obertöne von Trommeln keine (oder nur selten) Harmonische.


    Wenn Schlagzeuger behaupten, sie stimmten in Quarten, dann bezieht sich das auf die empfundene Grundfrequenz. Meiner persönlichen Erfahrung kann diese sich sogar von Zuhörer zu Zuhörer unterscheiden.

    Ich habe mal mit jemanden gespielt, der hatte die Felle komplett mit Samt abgedeckt. Also in Deimen Fall einfach einen Samt- oder Nicki-Stoff besorgen; einen Kreis mit 13 Zoll Durchmesser aufmalen; ausschneiden und fast fertig. Wenn Dir Mutti oder Schatzi dann noch so viele kleine Schlaufen dran näht, wie Du Stimmschrauben hast, dann kannst Du den "Dämpfer" locker festknoten, damit er nicht wegfliegt. Wenn der Stoff schön dünn ist, kannst Du auch mit mehreren übereinander experimentieren bzw. verschiedene Sounds erzeugen. Vielleicht willst du auch in so eine Scheibe ein Loch schneiden. Dämpft dann einfach mehr als ein Fell-Ring und weniger als eine komplette Abdeckung.


    Und wenn Dein Geschmack wieder nach Sustain brüllt kannst Du das Ding als Deckchen unter eine Vase legen oder als Mauspad benutzen.

    Der ganze Messwahn hat mich nun doch neugierig gemacht und ich habe mich auch mal vermessen: Metronom auf 200. Immerhin kann ich dabei Sechzehntel kontrolliert aus dem Handgelenk spielen und das auch gut eine Minute durchalten. Macht 800bpm. Etwas mehr geht, aber dann ist es nicht mehr sauber auf den Beats. Die Füße machen zwar bis 160(x4) mit, aber ab 144 wird es auf die Dauer unsauber. Kurze Squenzen gehen wesentlich schneller: Wenn es z.B. nur vier 1/16 Bassdrum-Schläge sein sollen, darf das Temo sogar bei 200/4 liegen.


    Für nie auf Tempo geübt kommt mir das alles gar nicht übel vor.


    Fazit: Ich bin 71% so gut wie Danny Gottlieb und 66,4% so gut wie Mike Mangini. Dem nächsten, der für einen Job anruft, werde ich mal einen vorrechnen bzgl. leistungsgerechter Bezahlung. Und die Schüler werden demnächst auch mehr zahlen müssen. Ich bin nämlich auch meilenweit von 66% des Mangini-Stundensatzes weg. Au warte. Dass ich da nicht früher drauf kam. :)


    Trotzdem werde ich weiterhin nicht auf Tempo üben. Lieber grooven und spinnen; das in Kombination können Maschinen noch nicht ersetzen.


    M.

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    Original von ThomasTrommelt
    Genau diese Lernideale sind ja Gründe dafür, dass es immer weniger Drummer gibt, die man vom blossen "Hören" sofort erkennt. Die sogenannte Perfektion führt dazu, dass sich alle Drummer gleichförmig anhören.
    Nimm dir 10 Aufnahmen aus den 70gern, und du findest 10 hörbar unterschiedliche Drummer. Heute? Vergiss es.
    Dasselbe gilt für den Unterschied "Projekt" und Band. Projekte werden konzipiert, Bands wachsen organisch und sind auch nicht beliebig personell besetzbar.
    [...]


    Vielen Dank dafür, mir aus der Seele gesprochen zu haben.


    Trägt zwar jetzt nichts zum Thead bei und dafür dürft Ihr mich auch hauen, aber in der Kategorie wird hier viel zu selten argumentiert und ich habe den Eindruck, einige sollte das ruhig nochmal mit Genuss lesen.


    'Tschuldigung
    M.

    Wer noch Anfänger ist, wird nur vom Wesentlichen abgelenkt.


    Man kann sich mit 2 Füßen leicht Ruhm und Ehre "errattern" und hält sich vielleicht dann auch noch selber für gut. Leider sind solche Helden oft nur noch für schlechten, nur-lauten Metal zu gebrauchen.


    Besser richtig mit einer Bassdrum und High-Hat zum Musiker werden, als auf der Double-Bassdrum zum guten Sportler (klakalakalakalakalakalakala).


    Double-Bassdrum ist relativ leicht zu lernen. Gerade deshalb fangen viele damit an: Um schnell angeben zu können.


    Noch schneller lernt man es, wenn man ansonsten bereits gut trommeln kann und der Kopf die Rhythmik (rataratarataratara) bereits beherrscht. Die Muskeln sind nämlich gar nicht die Bremse, sondern die Birne. Daher machen sich viele Anfänger müde und brauchen doch ein ganzes Jahr um Sechzehntel bei 160bpm hinzurotzen - ohne wirklich zu grooven, versteht sich.


    M.

    Einige empfehlen hier raushören und notieren.


    Zum einen würde ich das nicht für den Gig emfehlen: Besonders im Pop- und Rock-Bereich kommt man notenlesend erstens nicht gut rüber und zweitens reagiert man oft schlechter auf die Mitmusiker, wenn man am Blatt hängt. Daher spätestens in der vorletzten Probe vor dem Gig das Noteblatt ganz weglegen (auch nicht für den Notfall hinlegen). Wenn man es einmal ohne Blatt geschafft hat, ist ber Bann gebrochen.


    Komplizierte Formen lerne ich gerne so: Ich höre das Stück immer wieder komplett von Anfang bis Ende. Zuhören heißt hinhören und mitsingen, aber nicht über die Form nachdenken. Und nie stellenweise hören; nur das ganze Stück. Irgendwann könnte ich die Form dann z.B. nicht aufschreiben, aber ich habe sie verinnerlicht und weiß einfach, an welcher Stelle was kommt. Funktioniert vielleicht nicht bei jedem, aber ein Versuch ist es wert.

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    Original von sulli199
    kein loch...das macht den sound flach und tonlos...


    Deckt sich auch mit meinem Geschmack. Allerdings habe ich damit schon Mixer in die Verzweifelung getrieben. Die glauben, dann immer ein Gate zu brauchen wegen Übersprechung. Ich betrachte das Drumset zwar immer lieber als ein Instrument und bevorzuge wenige Mikros, aber ich will den Mixern auch nicht immer reinreden. Also habe ich mir jetzt doch ein kleines Loch zum Rand hin reingeschnitten.

    Danke. Sehr interessant. Ich war auch mal sehr beeindruckt von dem Teil.


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    Original von Hilite freak
    Einsteigerklasse


    Sollen wir uns auf Mittelklasse einigen? Wenn ich mich recht erinnere lag es gut 50% über den Einsteigersets. Das war die Zeit des Preisrutsches und der Qualitäts-Anhebung im Einsteigerbereicht. Der Listenpreis des Pearl Export lag unter 1400,- DM, aber das Performer spielte für mich eine Liga höher.


    Hätte ein Nossi Noske das Teil sonst bei Live-Konzerten gedroschen? Hat er; ich stand 2 Meter vor der Bühne.


    Zudem sehe ich hier kein "abgespecktes Phonic", sondern eine Alternative:


    Wenn der Kessel 6 statt 9 Lagen hat und die Gratung rund statt 45 Grad ist, dann sind die Gemeinsamkeiten doch nur noch kleine Äußerlichkeiten, oder?


    Soll aber auch kein Streitpunkt werden. Ich habe die beiden nie verglichen und auch nur das Phonic live gespielt.


    Jedenfalls Danke für dieses Stück Schlagzeuggeschichte.


    M.