Urheberrecht und KI

  • Protest von Britischen Musikern gegen Urheberrechtsgesetz Änderung.


    Is This What We Want?
    More than 1,000 musicians have come together to release Is This What You Want?, an album protesting the UK government’s proposed changes to copyright law.
    www.isthiswhatwewant.com

    formerly know as Dideldidel

  • Mich wundert es gar nicht, dass die Gesetze zum Urheberrecht geändert werden. Bestimmt ziehen andere Länder in Zukunft nach. Wer will diesen unüberschaubaren Berg an

    KI-generierten Produktionen noch überprüfen, verfolgen und ahnden? Die Gerichte würden überrollt werden.

    Vielleicht entwickelt jemand mal eine Sperre, so dass bereits bestehende Musik selbst von einer KI nicht genutzt werden kann. Dass Menschen sich um die Einhaltung des Urheberrechts kümmern sollen, erscheint mir in Zukunft utopisch.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Der Punkt ist halt: KI ist letzten Endes keine KK, also künstliche Kreativität. Das ist, vereinfacht gesagt, Statistik. Statistik voll mit Daten, die es vor der KI schon gab und die ohne KI entstehen. Und diesen Selbstbedienungsladen braucht KI um zu funktionieren und all das zusammenzubasteln, was sie uns ausspuckt. Zumindest bisher, bin kein IT Experte und weiß nicht, ob es dahingehend noch andere, KI-inhärente Potenziale gibt. Deswegen war abzusehen, dass es diese Art von Lobbyarbeit geben und dass sie Erfolg haben wird, anders geht ein Zukunfts-Fantastilliardengeschäft wie das ja nicht auf. Die OPEC und Co. haben ja auch schon immer durchgeboxt, was sie wollten - und mit den Trumps und Merzs auf den Chefsesseln der Welt werden da auch viele weitere Einflussnahmen dieser Art auf sehr fruchtbaren Boden fallen... Ob Urheberrecht, Daten- oder Umweltschutz, wenn die dicken, alten weißen Männer mit den Scheinen winken, wackelt das halt... bin da nicht so optimistisch 😞


    Edit: Nur mit Blick auf die Musik erinnert mich das ein bisschen an die Moses P. - Kraftwerk Geschichte. Beim Thema Sampling (..is not a Crime...?) wird ja im Prinzip auch was Fremdes in der eigenen Musik verwurstet, die Rechtslage ist da auch nicht so klar. Wird spannend, ob da dann mit zweierlei Maß gemessen wird oder irgendeine "Inspiratorische Unkenntlichkeitsklausel" formuliert wird, bei der das "Geklaute" letzten Endes einfach nur stark genug von der KI abgewandelt bzw. umarrangiert sein muss.


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    Hier übrigens eine menschliche Version davon, wie ich mir die Arbeitsweise der KI in dem Zusammenhang vorstelle. Das ist dann vielleicht die Grenze - es ist ja nicht, wie beim Sampling, ein unverändertes Fragment irgendwo entnommen.


    Achtung, nur Spekulation, aber ich könnte mir übrigens durchaus vorstellen, dass prinzipiell schon länger so gearbeitet und die Arbeit vieler schöpferisch Tätiger maßgeblich von menschlichen Analyst*innen beeinflusst wird... Zumindest im Ganz großen Geschäft wird sich bestimmt nicht mehr nur auf die Intuition und Schaffenskraft der Künstler*innen verlassen. Die Firmen wollen ja wissen, was sich lohnt und dazu schaut man am besten genau darauf, was sich zuvor gelohnt hat... Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt könnte dabei also, neben dem Schöpferischen an sich, Rationalisierung, sprich der Ersatz von teuren, eigenwilligen sowie begrenzt verfügbaren Menschen durch auf Dauer günstige, flexible Maschinen sein. In Fernost gibt es das sogar schon in Form der Interpret*innen (zB Miku Hatsune).

  • Guten Morgen,


    der Auslöser hier ist ja ein Gesetzesvorhaben in Großbritannien.

    Wir hier haben ein anderes Gesetz und woanders gibt es wieder andere Gesetze.

    Bevor jemand meint, das wäre ja ganz schön unübersichtlich: das war schon immer so.


    Was die sogenannte künstliche "Intelligenz" betrifft, ist der Begriff fast immer irreführend, weil es in der Tat - wie CataBOOZEta es sagt, tatsächlich gar keine wirkliche Kreativität ist, sondern Statistik. Und das haben wir auch schon seit einiger Zeit. Es ist ja kein Zufall, dass man im Fratzenbuch stets mit dem gleichen Kram begrüßt wird und dass man da ganz "zufällig" gerne mal Werbung dazu sieht, was man gerade zuvor woanders erguggelt hat. So ein Algorithmus ist schon ein Schelm und man merkt, wie man verfolgt wird. Andererseits merkt man aber auch die Doofheit des Systems, das nicht erkennen kann, was man eigentlich macht und will.


    Damit in der Musik so ein Programm etwas halbwegs Hörbares zusammenbrauen kann, braucht es Futter. Kennt das Programm nur Schlager der 1990er Jahre, dann wird es keine Oper komponieren können.

    Dass man als Kunstschaffender keine Lust darauf hat, dem gewinnorientierten Unternehmen das Futter praktisch umsonst liefert, das ist vollkommen verständlich. Dass das jemanden stört, der viel Geld mit wenig eigener Kreativität herstellen will, ist auch verständlich, aber aus meiner Sicht nicht förderungswürdig.

    Ich wünsche den britischen Musikschaffenden viel Erfolg.


    Grüße

    Jürgen

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