von Billigfernost-Massen-Produkten nicht mehr hören:
I. Die meisten Fernostanbieter sind relativ kleine Unternehmen: Yamaha-Drums und Pearl haben beide lediglich so ca. 100 Leute im Hauptwerk, nach hiesigen Standards ganz normale Mittelstandsunternehmen. So wird denn auch dort gearbeitet. Ich weiß wirklich nicht, was an diesen Drums Stangen-Charakter haben soll uns insbesondere nicht, warum der Stangencharakter gleichzeitg einen schlechten Sound hervorbringen soll. Also ich bin nun kein Pearl -Fan, aber ich habe von denen schon Drums gehört, da legte ich mich nieder.
II. Das ganze Geschwafel von Billig-Anbietern und dergleichen erinnert doch stark an die Auto-Diskussion Anfang der 80iger, als die Japaner den MArkt überschwemmten: "Ihhhh, niemals fahr ich so einen Reiskocher" war da Land auf-Land-ab zu hören und was war ? Wenn du heutzutage einen zuverlässigen PKW haben willst, bist du bei Toyota und Mazda am besten aufgehoben. Die, die die Pannen haben, heißen Mercedes und Co.
Ich weiß im übrigen auch noch, als ich mein aktuelles Set geholt hatte.
Vorher hatte ich mich der Vollständigkeit halber auch für Mapex interessiert und alle seinerzeit waren am Schreien: "Iiiiiii, Mapex, Fernostschleuder, alles Mist, Billiggerät, bringt nix-klingt nix-taugt nix und überhaupt, die Marke ist irgendwie insgesamt so eher gar nicht. "
Jaja, blablablabbla, beim Testen meines Sets hatte ich dann das Vergnügen, daneben ein Mapex Orion zu testen: Das beste Set, was ich jemals gehört habe. Dass es nicht den Stich machte, lag lediglich an den Größen und dem zu hohen Preis für Größen nach meinen Vorstellungen. Und wenn ich heute einen Schwachmaten über Billig-fernost-Geräte schwafeln höre, kann ich denn auch nur noch gähnen.
III. Ich meine, ich kann es ja verstehen, Liebhaber sind Liebhaber und alle Liebhaber wollen das Besondere, das Originelle, damit fühlt man sich dann gleich besser. Mit der Tatsache verdient DW einen Haufen Geld (abgesehen davon, dass ihre Drums okay sind, aber auch nicht mehr). Aber nach wie vor kann ich es nicht sehen: Wenn etwas klingt, dann klingt es, egal was draufsteht.
IV. Dass das ganze gemessen am hiesigen Wirtschaftsstandort bedauerlich ist, ist klar, über die Gründe wurde ja bereits auch in anderen Threads bereits trefflich debatiiert.
V. Im übrigen vermag auch das ganze Vintage-Tam-Tam einfach nur noch zu nerven. Da kommt mir einer an und schwafelt was vom hervorragenden Sound eines Uralt-Gerätes aus den 70iger Jahren und will mir allen ernstes erzählen, das DAS der wahre Sound sei, originell, einzigartig und nicht so standard-durchschittsmäßig wie die neuen Produkten von der Stange. Was der Stratege vergessen hat, ist, dass das Teil aus den 70igern in den 70igern selbst ebenfalls der absolute Durchschnitt und der Sound so verbreitet war, dass man ihn einfach nicht mehr hören konnte und sich einfach nach modernen-offeneren Sounds sehnte.
Sicher, es gibt sie, die alten Raritäten, die Spass machen und die manche glauben, haben zu müssen, es ist da so wie bei Briefmarkensammlern. Ich ja auch okay, aber mit Soundqualität hat das nun nichts zu tun. Vintage ist eben zumeist eine Frage des Geburtsdatums.
Also geht in die Läden, hört, tauscht Erfahrungen aus, aber bitte keine Pauschal-Vorverurteilungen, sie nerven und lassen nur eins befürchten: dass derjenige, der sie ausspricht von der Materie keine Ahnung hat.
Seelanne